Geber G69 (Drosselklappe)

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Dieser Artikel behandelt nur das Drosselklappenpotentiometer der Benzinmotoren mit Digifant-Steuergerät (AAC, AAF und ACU) sowie das der Saugdieselmotoren (ohne Motorsteuergerät) mit Automatikgetriebe.

Funktion[Bearbeiten]

Benzinmotor[Bearbeiten]

Der Geber G69 (Drosselklappe) (auch Drosselklappenpotentiometer) erfasst den Öffnungswinkel und damit den Öffnungsquerschnitt der Drosselklappe. Es handelt sich um ein elektrisches Potentiometer, dessen Widerstandswert von der Drosselklappenwelle verändert wird. Der gelieferte Wert wird vom (Digifant-)Motorsteuergerät wie folgt genutzt:

  1. Drosselklappe geschlossen:
    1. Herunterregeln der Einspritzmenge für die Schubabschaltung
    2. Leerlaufstabilisierung
    3. Zündverstellung im Leerlauf
  2. Drosselklappe öffnet:
    1. Erhöhung der Einspritzmenge für die Beschleunigungsanreicherung
  3. Drosselklappe voll geöffnet:
    1. Einspritzmenge für Vollastanreicherung


Bei T4 mit Automatikgetriebe ist in dem Gehäuse des Drosselklappenpotentiometers ein zweites Potentiometer mit eigenem Anschluss verbaut, das mit dem Automatik-Steuergerät verbunden ist. Die Information über die Drosselklappenstellung wird u.a. für die Steuerung der Schaltpunkte und Schaltübergänge genutzt.

Das Drosselklappenpotentiometer ist bei allen T4-Benzinmotoren mit Ausnahme des PD verbaut. Allerdings ist es nur bei den Motoren mit Digifant-Steuergerät (AAC, AAF und ACU) als eigenständiges Bauteil ausgeführt. Bei allen anderen Benzinmotoren ist es in die Drosselklappensteuereinheit integriert.

Die nachfolgenden Bilder von corra50 zeigen ein Drosselklappenpoti aus einem 1994er ACU mit Automatikgetriebe:

Dieselmotor[Bearbeiten]

Bei T4 mit Saugdieselmotor und Automatikgetriebe liefert ein Potentiometer, das ebenfalls als Drosselklappenpotentiometer (Geber G69 (Drosselklappe)) bezeichnet wird, die Stellung des Verstellhebels der Einspritzpumpe an das Automatik-Steuergerät.
Das Poti wurde sehr wahrscheinlich nur bis Modelljahr 1995 verbaut.

Einbauort[Bearbeiten]

Das Drosselklappenpotentiometer ist am Drosselklappenstutzen mit einer Schraube befestigt und ist direkt mit der Drosselklappenwelle verbunden. Das nachfolgende Bild von Sequal zeigt den Einbauort exemplarisch bei einem AAC.

Einbauort (AAC)

Bei den o.a. Dieselmotoren ist es am Verstellhebel der Einspritzpumpe befestigt:

Einbauort Dieselmotor (hier: AAB)


Ausbau[Bearbeiten]

Zum Ausbau muss zunächst die Steckerverbindung abgezogen und die Schraubenbefestigung losgeschraubt werden. Das Drosselklappenpotentiometer kann dann abgezogen werden. Nach dem Wiedereinbau muss eine Grundeinstellung des Motorsteuergerätes und ggf. des Automatikgetriebe-Steuergerätes durchgeführt werden.


Teilenummern[Bearbeiten]

Teilenummer Bezeichnung Preis (2007)
044 907 385 A Drosselklappenpotentiometer (Schaltgetriebe) ca. 48 Euro
037 907 385 M Drosselklappenpotentiometer (Automatikgetriebe) ca. 89 Euro


Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Das Drosselklappenpotentiometer ist bei den Benzinmotoren aller Baujahre mit dem Motorsteuergerät (Digifant) und bei solchen T4 mit Automatikgetriebe zusätzlich mit dem Automatik-Steuergerät verbunden.
Schaltbild G69 Digifant-Motoren

Bei den Saugdieselmotoren ist es mit dem Automatik-Steuergerät verbunden.

Schaltbild G69 Saugdieselmotoren


Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Eigendiagnose[Bearbeiten]

Der Geber G69 ist über das Motorsteuergerät und bei T4 mit Automatikgetriebe zusätzlich über dessen Steuergerät diagnosefähig. Der Drosselklappenwinkel (in Grad) und die Signalspannung (als Vergleichswert, 10-30 entsprechen 0,2-2,6 Volt) können in Realzeit ausgelesen werden.

Fehlernummer
Beschreibung
00518 Kurzschluss oder Unterbrechung nach Plus
00518 Kurzschluss nach Masse
00518 Fehlendes Signal
00518 Sporadischer Fehler


Prüfung[Bearbeiten]

Die Prüfung bei den Benzinmotoren erfolgt bei G69 für das Motorsteuergerät durch Auslesen der Winkelwerte in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel der Drosselklappe, beim G69 für das Automatikgetriebe über eine Widerstandsmessung am Geber.


Prüfablauf Motorsteuergerät:

  1. 3-fach-Steckverbindung trennen.
  2. Zündung einschalten und Versorgungsspannung zwischen den äußeren Kontakten (1 und 3) messen. Sollwert: ca. 5 V.
  3. Drosselklappe in Leerlaufanschlag bringen und Winkel auslesen. Sollwert: 0° - 5°
  4. Drosselklappe langsam ganz öffnen und die Winkelanzeige beobachten. Der Winkel muss über den gesamten Öffnungsbereich gleichmäßig ansteigen.
  5. Drosselklappe in Vollgasanschlag bringen und Winkel auslesen. Sollwert: minimal 64° bzw. 80° - 90° (bis 02/92: > 100°).
  6. Zündung ausschalten.
  7. Steckverbindung zusammenstecken.


Prüfablauf Automatiksteuergerät:

  1. 4-fach-Steckverbindung trennen.
  2. Widerstandswerte zwischen den Kontakten 2 und 3 messen:
    1. Leerlauf: 0,7 - 1,8 kΩ
    2. Vollgas: 2,1 - 3,9 kΩ
  3. Steckverbindung zusammenstecken.

Die Widerstandswerte zwischen den Kontakten 1 und 2 verhalten sich 'umgekehrt'.


Störungen[Bearbeiten]

Das Drosselklappenpotentiometer ist relativ störunanfällig.


Typische Auswirkungen einer Störung:

  • instabiler Leerlauf, Ruckeln
  • schlechte Gasannahme
  • hoher Kraftstoffverbrauch


Typische Ursachen einer Störung:

  • Defekt des Drosselklappenpotentiometers oder seiner Verkabelung
  • Verschmutzung


Grundeinstellung[Bearbeiten]

Motor[Bearbeiten]

Nach Arbeiten am Drosselklappenpoti muss eine Grundeinstellung des Motorsteuergerätes wie folgt durchgeführt werden, bei der das Motorsteuergerät (Digifant) bei Leerlaufdrehzahl auf den Motor abgestimmt wird:

  1. Motor warm fahren bzw. laufen lassen; Motoröltemperatur > 80°C. Die Kühlerlüfter dürfen aber nicht laufen.
  2. Alle elektrischen Verbraucher und die Klimaanlage ausschalten.
  3. Diagnoseinterface anschließen.
  4. Motorsteuergerät anwählen und Motor im Leerlauf laufen lassen.
  5. Schlauch für Kurbelgehäuseentlüftung am Druckregelventil abziehen und so verlegen, dass er nur Frischluft ansaugen kann.
  6. Funktion 04 "Grundeinstellung einleiten" anwählen.
  7. Anzeigengruppennummer 00 wählen, um die Grundeinstellung einzuleiten.
    Bei einer Fehlermeldung (Funktion unbekannt oder Funktion kann nicht ausgeführt werden) können folgende Probleme vorliegen:
    1. Die Kühlmitteltemperatur beträgt weniger als 85°C.
      Dann kann man sich durch Abziehen des Steckers vom Temperaturgeber G62 bei geschlossener Drosselklappe behelfen.
      Achtung: Geht der Motor während der Grundeinstellung aus, muss der Geber angeschlossen werden, bevor der Motor erneut angelassen wird. Macht man das nicht, ist eine korrekte Grundeinstellung nicht möglich, weil das Motorsteuergerät im Notlauf arbeitet.
    2. Die Leerlaufdrehzahl liegt über 1.500 U/min.
      Ist der Motor beim Einleiten der Grundeinstellung ausgegangen, so kann er nach dem Wiederanlassen bis zu 4 Minuten lang mit erhöhter Leerlaufdrehzahl laufen; also diese Zeit abwarten. Hilft das nicht, den Leerlauf korrigieren.
    3. Das Drosselklappenpoti ist defekt und muss getauscht werden.
  8. Motor mindestens 1 Minute im Leerlauf laufen lassen und dabei Drehzahl, CO-Gehalt und Zündzeitpunkt kontrollieren und ggf. einstellen.
  9. Grundeinstellung durch Tastendruck beenden.


Automatikgetriebe[Bearbeiten]

Bei T4 mit Automatikgetriebe muss nach Arbeiten am Drosselklappenpoti eine Grundeinstellung des Automatik-Steuergerätes wie folgt durchgeführt werden:

  1. Diagnoseinterface anschließen.
  2. Zündung einschalten.
  3. Gaspedal in Leerlaufstellung bringen.
  4. Getriebesteuergerät anwählen.
  5. Funktion 04 "Grundeinstellung einleiten" anwählen.
  6. Anzeigengruppennummer 00 wählen, um die Grundeinstellung einzuleiten.
  7. Gaspedal bis zum Kickdown betätigen und 3 Sekunden halten.
  8. Grundeinstellung durch Tastendruck beenden.