Diebstahlschutz

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Dem Alter entsprechend bietet der T4 nur mäßigen mechanischen und elektrischen Schutz gegen Einbruch und Diebstahl. So sind die Türschlösser leicht zu knacken und ist die Wegfahrsicherung mit modernen Mitteln oder durch banalen Tausch des Motorsteuergerätes innerhalb kurzer Zeit deaktivierbar. Da der T4 europaweit immer noch zu den am häufigsten gestohlenen Fahrzeugen gehört und auch Ersatzteile für den T4 stark gesucht sind, empfehlen sich diverse Sicherungsmaßnahmen, die nachfolgend angesprochen werden.

Grundsätzlich ist zwischen Maßnahmen zum Einbruchschutz und solchen gegen Fahrzeugdiebstahl zu unterscheiden; Erstgenannte erschweren allerdings den Diebstahl. Nach allgemeiner Meinung bieten Kombinationen unterschiedlicher Einbruch-/Diebstahlschutz-Maßnahmen maximal möglichen Schutz.

Schutz gegen Einbruch[Bearbeiten]

Es sollte an erster Stelle darauf geachtet werden, dass das Fahrzeug für einen Einbrecher unattraktiv ist. Je weniger interessante Dinge im Innraum herum liegen oder verbaut sind, desto weniger lohnenswert ist ein Aufbrechen des Fahrzeugs - wenn nicht der Fahrzeugdiebstahl das Ziel ist.

Zu berücksichtigen ist zudem, dass Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch diesen grundsätzlich nicht verhindern können. Sie können ihn aber erschweren und das Risiko für einen Einbrecher erheblich erhöhen. Gleichzeitig können sie aber auch das Risiko von zusätzlichen Schäden am Fahrzeug (in Richtung Vandalismus) erhöhen. Lässt sich z.B. ein Türschloss wegen eines Blindzylinders nicht knacken, könnte ein Einbrecher auf die Idee kommen, ein Fenster einzuschlagen oder gar die Tür aufzuhebeln. Hier muss genau abgewägt werden, was man will und welchen Preis man dafür ggf. zahlen will.

Alarmanlage[Bearbeiten]

Alarmanlage erschweren einen Einbruch und erhöhen das Risiko für den Einbrecher durch einen optischen und/oder akustischen Alarm bei einem Einbruchversuch. Durch den Alarm soll der Einbrecher 'erschreckt' und insbesondere die Umgebung auf den Einbruchsversuch aufmerksam gemacht werden.
In den T4 kann praktisch jede handelsübliche Alarmanlage problemlos eingebaut werden.

Türschlösser[Bearbeiten]

Blindzylinder[Bearbeiten]

Die Türschlösser des T4 lassen sich mit geeignetem Werkzeug (und eigentlich auch ohne Spezialwerkzeug) innerhalb von Sekunden knacken. Dagegen kann man sich recht wirkungsvoll schützen, indem die Schließzylinder der Türen und Klappen gegen Blindzylindern austauscht. Der Einsatz von Blindzylindern ist natürlich nur bei T4 mit Zentralverriegelung sinnvoll, da ansonsten keine Möglichkeit mehr zum Entriegeln der Türen bestehen würde.

Eingebaute Blindzylinder

Damit sich die Türen auch bei Ausfall des Bordnetzes (z.B. wg. entladener Batterie) öffnen lassen, ist eine versteckt montierte Notentriegelung vorzusehen. Diese kann mechanisch (Zug, der ein Türschloss betätigt) oder elektrisch (Kontakt, über den Spannung auf die ZV-Leitung zum Entriegeln gegeben wird) ausgeführt sein.

Verriegelungsknöpfe[Bearbeiten]

Eine einfache und doch effektive Methode zur Erhöhung der Sicherheit gegen Einbruchsversuche ist die (zusätzliche) Versenkung der Verriegelungsknöpfe (door pins); hier am Beispiel der vorderen Türen. Nach dieser Modifikation wird man die Verriegelungsknöpfen von außen kaum mehr bedienen können.
Die Informationen und Bilder in diesem Abschnitt wurden dankenswerter Weise von der französischen T4-Seite T4Zone zur Verfügung gestellt.

Ein Vorher-/Nachher-Vergleich macht es deutlich:

Tür entriegelt
vorher
Tür entriegelt
nachher
Tür verriegelt
vorher
Tür verriegelt
nachher


Um dies zu erreichen, wird zunächst die Bohrung im Verriegelungsknopf mit einem 3 mm-Bohrer um ca. 10 mm vertieft. Dann wird der Ausschnitt für den Knopf in der Plastikabdeckung vergrößert. Abschließend den Verriegelungsknopf wieder festgeschrauben.

Verriegelungsknopf aufbohren
Ausschnitt in Abdeckung vergrößern


Zentralverriegelung[Bearbeiten]

T4 mit Zentralverriegelung, egal ob mit oder ohne Funkfernbedienung, bieten Einbrechern zusätzliche Ansatzpunkte zum Öffnen des Fahrzeugs. Sowohl an der Schiebetür als auch an der Heckklappe lässt sich der T4 recht leicht elektrisch bzw. mechanisch öffnen. Hierzu muss man lediglich durch Karosseriespalte oder schnell zu schaffende Öffnungen Spannung an die richtige ZV-Leitung legen bzw. die dann teilweise frei liegende Zugstange der Zentralverriegelung der Tür/Klappe von außen betätigen und so das jeweilige Schloss entriegeln. Geübte Einbrecher erledigen das in wenigen Sekunden.

Hiergegen kann man sich mit angebrachten Metallwinkeln schützen, die den Zugang zu den ZV-Leitungen/-Kontakten bzw. die Zugstangen verhindern. Nachfolgend ist das Schutzprinzip für die Schiebetür dargestellt. Bilder für die Heckklappe werden nachgereicht; ein Blick auf die Einbauorte macht aber deutlich, was wie gemacht werden muss.

Für den Eigenbau des Metallwinkels kann die maximale Schenkelhöhe mittels eingeklemmten Knetgummi ermittelt werden. Einmal Tür zuschlagen,Höhe des eingeklemmten Knetgummis messen und 1-2 mm Sicherheitsabstand lassen.

Schiebetürwinkel
Schiebetürwinkel
Schiebetürwinkel


Heckklappe[Bearbeiten]

Wer seinen T4 einmal genauer von hinten betrachtet wird relativ schnell feststellen dass die Heckklappe zwei Schwachpunkte hat (genauer gesagt: 4!). Ich möchte nicht genauer darauf eingehen, aber ein Blech, angebrach im inneren der Heckklappe schützt hier das Schloss vor Manipulation von außen, Spezialschrauben verhindern den Zugriff auf das Schloss. Ein solches Blech mit Anbauanleitung ist in diversen Shops zu finden oder selbst zu kanten.

Das löst natürlich nicht das Problem der elektrischen Manipulation durch die Kabeldurchführung, wobei hier schon sehr viel Geschick und Kriminelle Energie mitgebracht werden muss, da man die Kabel im Faltenbalg nicht eindeutig treffen kann solange die Heckklappe geschlossen ist.

Schutz gegen Diebstahl von Anbauteilen[Bearbeiten]


Außenspiegel[Bearbeiten]

Die bei Dieben beliebten Außenspiegel lassen sich mit Spiegelsicherungsschrauben oder durch Modifikation der Befestigung (Verschraubung von innen) gegen Diebstahl sichern.

Befestigung mit Sicherheitsschraube Zweiloch


Felgen[Bearbeiten]

Felgen lassen sich mit Felgenschlössern sichern.

Schutz gegen Diebstahl[Bearbeiten]

Hierfür bieten sich neben elektrischen insbesondere mechanische Maßnahmen an, die von außen erkennbar sind und so erheblich zur Abschreckung von Fahrzeugdieben beitragen. Allerdings ist der tägliche Aufwand bei der Anwendung mechanischer Absicherungsmaßnahmen natürgemäß höher.

Lenkradkralle[Bearbeiten]

Lenkradkrallen verhindern das Drehen des Lenkrades zusätzlich zu der schon ab Werk verbauten Lenkradsperre. Sofern sie nicht geknackt werden/werden können, lässt sich das Fahrzeug nicht mehr lenken - allerdings lässt es sich immer noch gerade auf einen Kfz-Anhänger fahren.
Die nachfolgenden Bilder aus Wikipedia zeigen Lenkradkrallen aus dem Zubehör auch in der Anwendung.

Lenkradkralle
Lenkradkralle


Pedalsperre[Bearbeiten]

Pedalsperren verhindern je nach Ausführung die Bedienung eines oder mehrerer Pedale, sodass der T4 maximal kurze Strecken im Leerlauf gefahren werden kann. Ein Nachteil im Vergleich zu Lenkradkrallen ist, dass man Pedalsperren schlecht von außen erkennen kann. Wenn nicht Aufkleber an der Scheibe mit Hinweis auf die Sperre angebracht sind, erkennt ein potenzieller Dieb u.U. erst nach dem Einbruch in das Fahrzeug, dass dieses nicht ganz zu einfach 'entführt' werden kann.

Alarmanlage[Bearbeiten]

Siehe oben.

Motor[Bearbeiten]

Der wirkungsvollste elektrische Schutz gegen einen Diebstahl 'auf eigenen Rädern' ist das Verhindern eines Motorstarts durch Unterbrechung der Motorelektrik/Kraftstoffversorgung. Hierzu wird z.B. die Spannungsversorgung für das Motorsteuergerät oder die Ansteuerleitung für ein für den Motorstart wichtiges Ventil (z.B. Kraftstoffabschaltventil beim Dieselmotor oder Kraftstoffpumpe beim Benziner) unterbrochen. Dies kann im einfachsten Fall, aber dennoch sehr wirkungsvoll, mit einem entsprechend dimensionierten elektrischen Schalter erfolgen, der in die entsprechende Leitung eingeschleift wird. Wird dieser versteckt im Fahrzeug untergebracht, wird er jeden auch hochmodern ausgerüsteten Dieb scheitern lassen.

Unterbrechung mit Schalter


Nachteil dieser Methode ist, dass der Schalter manuell bedient werden muss. Dem entsprechend ist die Gefahr groß, dass die Aktivierung dieser Wegfahrsperre beim Verlassen des Fahrzeugs vergessen wird. Mit einem Relais und ein paar Dioden lässt sich diese Aktivierung aber verblüffend einfach, preiswert und ohne irgendein teueres Steuergerät automatisieren. Hierbei wird die klassische Selbsthalteschaltung für Relais genutzt: die Relaisspule wird über einen Taster angesteuert, das Relais zieht an und einer von 2 Relaiskontakten schaltet und hält eine Ansteuerspannung an der Spule, sodass es erst wieder abfallen kann, wenn diese Ansteuerspannung abgeschaltet wird. Beim T4 bietet sich als Ansteuerspannung das Signal D+ der Lichtmaschine an, das immer 12 V führt, wenn der Motor läuft.

Automatische Unterbrechung ohne ZV
Automatische Unterbrechung mit ZV

Bei T4 ohne Zentralverriegelung (linkes Schaltbild) muss für den Motorstart im einfachsten Fall ein über Dauerplus gespeister Taster betätigt werden, über den zunächst der Unterbrecher geschlossen wird. Der Taster kann nach dem Motorstart los gelassen werden, da das Relais dann über D+ angesteuert wird. Sobald der Motor abgestellt wird (D+ geht gegen 0 V), fällt das Relais ab und aktiviert automatisch den Unterbrecher.

Bei T4 mit Zentralverriegelung (rechtes Schaltbild) muss im einfachsten Fall auch ein Taster betätigt werden. Da dieser aber von der Zentralverriegelungsleitung gespeist wird, die bei entriegelten Türen ca. 12 V führt, muss er zum Anlassen des Motors nicht gehalten, sondern nur kurz betätigt werden. Das Relais bleibt solange angezogen und deaktiviert den Unterbrecher, bis der Motor abgeschaltet wird und die Türen mit der ZV verriegelt werden. Läuft der Motor, kann natürlich die ZV ohne Einfluss auf den Unterbrecher beliebig betätigt werden.

Will man auch die Deaktivierung des Unterbrechers vor dem Motorstart automatisieren, so bieten sich 2 Möglichkeiten zur Ansteuerung des Relais an:

  • ein RFID-Schaltmodul, das schon für deutlich unter 50 Euro erhältlich ist,
  • ein Signal von einer Funkfernbedienung (z.B. der der Zentralverriegelung oder einer Alarmanlage).

Im letztgenannten Fall muss bei Nutzung des FFB-Signals der werksseitig verbauten Zentralverriegelung mit FFB ein elektrisches Zeitglied zwischengeschaltet werden, das aus dem kurzen FFB-Impuls (siehe Undokumentierte Funktionen der ZV) ein Schaltsignal macht. Hierfür bieten sich Module aus dem Kfz-Zubehör an, die es schon ab 5 Euro gibt.

Ohne RFID-Modul beginnen die Kosten für die o.a. Unterbrecherautomatik bei ca. 2 Euro. Der Strombedarf liegt bei aktivierter Unterbrechung dann bei 0 mA und die Betriebssicherheit einspricht der der sonstigen elektrischen Motorkomponenten des T4 wie dem Relais 109 oder dem Relais 30.
Durch die Nutzung von Relais mit mehr als 2 Schaltkontakten oder Kaskadierung von Relais lassen sich natürlich noch weitere Systeme auf dieselbe Art und Weise lahm legen oder Fehlfunktionen simulieren. So können z.B. die Beleuchtung oder ausgewählte Instrumente im Kombiinstrument (z.B. Tankanzeige) deaktiviert werden, um einen Liegenbleiber vorzutäuschen.

Auffinden nach Diebstahl[Bearbeiten]

Um das Auffinden des Fahrzeugs nach Diebstahl zu ermöglichen, werden mittlerweile im Zubehörhandel unterschiedliche Geräte und Verfahren zur Fahrzeugortung angeboten.