Ölkühler

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Ölkühler

Funktion[Bearbeiten]

Der Ölkühler im T4 ist bei allen Motoren ein Motoröl-Kühlmittel-Wärmetauscher, der - natürlich - in den Öl- und Kühlmittelkreislauf eingebunden ist.

Der Ölkühler ist wasserseitig in den kleinen Kühlkreislauf eingebunden und wird von Kühlmittel durchflossen, das den Motorblock gerade verlassen hat. Die Bezeichnung Ölkühler ist eigentlich etwas irreführend, weil das Motoröl im Ölkühler bei betriebswarmen Motor lediglich von heissem Wasser gekühlt wird. Da das Motoröl aber deutlich heisser als das Kühlmittel wird, findet relativ gesehen eine nennenswerte Kühlung statt. Zusätzlich wird das Motoröl in der Warmlaufphase des Motors vom sich schneller erwärmenden Kühlmittel etwas 'vorgeheizt'.

Bei den 4- und 5-Zylindermotoren dient der Ölkühler gleichzeitig als Aufnahme für den Ölfilter.

Einbauort[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Bilder zeigen die diversen Einbauorte. Die Einbauorte der unterschiedlichen 4-Zylindermotoren und die der 5-Zylindermotoren unterscheiden sich nur unwesentlich, weswegen nur jeweils 1 Motor stellvertretend für alle dargestellt ist. Bei den 4- und 5-Zylindermotoren ist der Ölkühler am sogenannten Ölfilterhalter befestigt.

4-Zylindermotor
(hier: 1X)
5-Zylindermotor
(hier: ACV)
6-Zylindermotor
AES
6-Zylindermotor AMV
(Quelle: gaskutsche.de, bearbeitet)


Teilenummer[Bearbeiten]

Bei allen T4 ist der gleiche Ölkühler verbaut.

Teilenummer Bezeichnung Preis (2009)
068 117 021 B Ölkühler ca. 126,00 Euro
038 117 070 A Dichtring 59x5 (Ölfilterhalter/-gehäuse bzw. Motorblock) ca. 2,40 Euro
038 117 070 Dichtung 62,8 für Deckel (nur 6-Zylindermotoren) ca. 3,15 Euro
038 117 061 C Deckel (nur 6-Zylindermotoren) ca. 14,65 Euro

Hinweis: Der Ölkühler ist auch als Austauschteil (Teilenummer ...X) erhältlich und kostet dann ca. 67 Euro.


Betrieb und Probleme[Bearbeiten]

Grundsätzlich ist der Betrieb des Ölkühlers unkritisch und Probleme sind recht selten. Wenn es zu Störungen kommt, sind es in der Regel 'normale' Undichtigkeiten der Kühlmittel- bzw. Ölanschlüsse. Siehe auch die Abschnitte "Der Ölkühler mit Einzelteilen" und "Der Ölkühler - beide Ansichten". Auch bekannt sind ein Verhärten und Brechen des Dichtrings. Die Folge ist ein starker Ölverlust nach dem Anlassen des Motors.

Nahezu klassisch ist ein Lösen des Ölkühlers bei den 4- und 5-Zylindermotoren beim Ölwechsel durch Losdrehen der Befestigung am Ölfilterhalter. Die Folge ist in der Regel anhaltender Ölverlust.
Findet sich viel Motoröl im Kühlmittel, kann dies auf einen katastrophalen Defekt im Inneren des Ölkühlers hindeuten; Kühlmittel- und Ölkreislauf sind nicht mehr getrennt.


Ausbau[Bearbeiten]

4- und 5-Zylindermotoren[Bearbeiten]

Diese Anleitung am Beispiel eines 5-Zylinder-TDI-Motors ACV trifft auch auf die anderen 5-Zylindermotoren sowie die 4-Zylindermotoren zu, weil auch bei ihnen der Ölfilter am Ölkühler und der Ölkühler am Ölfilterhalter befestigt ist.
Der Montageaufwand zum Wechseln des Ölkühlers ist überschaubar, lediglich die Platzverhältnisse sind etwas knapp bemessen.


Hinweise:

  • Dichtungen grundsätzlich ersetzen; Teilenummern siehe oben.
  • Der Ölkühler mit Einzelteilen:
    • Der Ölkühler, die Gewindestange, die 27er Mutter ( Anziehmoment 25Nm )
      Ölkühler, ausgebaut
    • Der gut sichtbare O-Ring dichtet den Ölkühler gegen den Ölfilterhalter am Motorblock ab. Falls Ölundichtigkeiten auftreten gibt es zwei primäre Verursacher:
  • Der Ölkühler - beide Ansichten:
    Ölkühler, ausgebaut
    • Links: Anschraubfläche zum Halter
    • Rechts: Anschraubfläche zum Ölfilter
    • Falls sich der Ölfilter relativ leicht von selbst lockert, könnte die Dichtfläche durch mehrmaliges zu starkes Anziehen des Ölfilters in der Vergangenheit deformiert sein. Dann müsste man den Ölkühler ausbauen und die ringförmige Dichtfläche planschleifen.
      (Feines Schleifpapier (Din A4) auf einen Tisch legen und den Ölkühler plan über das Schleifpapier bewegen.)
      Vorher sollte man aber im eingebauten Zustand versuchen die Planfläche mit feinem Schleifpapier zu säubern, einfach blank schleifen, und anschließend mit etwas gröberem Schleifpapier die Fläche griffiger für die Ölfilterdichtung zu gestalten. Dieser Trick hilft meist.
    • Ein zu starkes Anziehen des Ölfilters zerstört letztendlich den Ölkühler, wird aber kein besseres Dichtverhalten erzeugen.
      Den O-Ring beim Einbau immer erneuern.
  • Der Halter:
    Ölkühlerhalter im Motorraum
    • Diese Dichtfläche vor dem Einbau ebenfalls säubern.
    • Bei Wasserundichtigkeiten ist in der Regel einer der Schlauchanschlüsse der Verursacher. Auf dem Bild kann man den Schlauch mit der Klemme gut erkennen. Beide Schläuche prüfen.
    • In selteneren Fällen könnte auch der Wärmetauscher selbst defekt sein - ev. könnte durch zu starkes Anziehen des Ölfilters das Gehäuse gerissen sein.


Werkzeugliste:

  • 30er Nuss + kurze Verlängerung + Ratsche
  • 27er Nuss + lange Verlängerung + Ratsche; ggf. zusätzlich Gelenkstück mit kurzer Verlängerung
  • Drehmomentschlüssel für o.a. Einsatz bis 25 Nm
  • gute Wasserpumpenzange oder Zange für Federbandschellen


Arbeitsschritte:

  1. Die Motorwanne muss demontiert werden und eine Grube bzw. Bühne wäre sehr hilfreich. Alternativ wäre der Einsatz von Auffahrrampen o.ä. empfohlen.
  2. Das Kühlwasser sollte kontrolliert abgelassen werden. Und ein neuer Dichtring sollte verfügbar sein (VW-Nummer: 038 117 070 A).
    Alternativ kann man die Kühlmittelschläuche am Ölkühler abklemmen. Dies sollte allerdings dann nach Schritt 3 erfolgen, weil dann mehr Arbeitsraum zur Verfügung steht.
  3. Ölfilter abschrauben ( 30er Nuss + kurze Verlängerung + Ratsche )
  4. Wasserschläuche lösen ( gute Wasserpumpenzange )
  5. Flache Mutter lösen ( 27er Nuss + lange Verlängerung + Ratsche, Anzugsmoment: 25 Nm ) - Vorsicht: nicht abrutschen und den Sechskant zerstören !
  6. Ölkühler abnehmen
  7. bei Bedarf: Gewindestange ausschrauben ( mit Wasserpumpenzange leicht zu lösen, dann per Hand schraubbar )


Wiederherstellung:

  • Montage erfolgt in der Reihenfolge rückwärts, keine besonderen Punkte zu beachten.


6-Zylindermotoren[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Dichtungen grundsätzlich ersetzen; Teilenummern siehe oben.


Werkzeug:

  • Sechskant-Schlüssel/-Nuss für Ölkühlerdeckel (M?)
  • Drehmomentschlüssel für o.a. Einsatz bis 25 Nm
  • gute Wasserpumpenzange


Arbeitsschritte:

  1. Motorwanne abbauen.
  2. Das Kühlwasser sollte kontrolliert abgelassen werden.
  3. Kühlmittelschläuche vom Ölkühler abnehmen.
  4. Ölkühlerdeckel abschrauben (25 Nm).
    Ölkühlerdeckel (hier: AES)
  5. Ölkühler abnehmen.


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.