Drehstabfeder

Aus T4-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Funktion[Bearbeiten]

Eine Drehstabfeder, auch Torsionsstab oder nur auch Drehstab genannt, ist ein Stab mit fester Einspannung an beiden Enden, wobei die befestigten Bauteile gegeneinander eine Schwenkbewegung um die Drehachse ausführen können. Sie dient als Federelement in der Mechanik und findet Anwendung als Maschinenelement.
Um unerwünschte Biegungen der Feder zu vermeiden, wird auf der Drehseite ein Stützlager montiert. [...] Bei mechanischer Beanspruchung verdreht sich der Stab um seine Längsachse. Die besonders aus dem Fahrzeugbau bekannten Torsionsfedern bestehen meist aus massiven Rundstäben oder Paketen von flachen Bändern aus Federstahl. (Quellenangabe)

Wesentlicher Vorteil der Drehstabfeder gegenüber normalen Schraubenfedern ist der geringere Platzbedarf. Erfinder des Drehstabes ist übrigens Ferdinand Porsche.

Beim T4 übernehmen längsliegende Drehstäbe die Federung der Vorderachse. Der Drehstab ist am oberen Achslenker befestigt, der wiederum drehbar am Aggregateträger befestigt ist. Eine vertikale Bewegung des Rades führt so zu einer Verdrehung (Torsion) des Drehstabes, die der Bewegung des Rades entgegen wirkt.

Funktionsprinzip
Prinzipdarstellung

Umgekehrt kann durch Verdrehen des Drehstabes über die Einstellschraube (an der Kugelmutter) in der Nähe des Gegenlagers das Rad relativ gesehen nach oben oder unten bewegt, der Vorderwagen also tiefer- bzw höhergelegt werden.


Einbauort[Bearbeiten]

Die Drehstäbe sind (in Fahrtrichtung) vorne über einen Flansch am oberen Achslenker (Querlenker) befestigt.

Flansch am Achslenker

Das hintere Ende stützt sich über einen Abstützhebel in einem Gummilager an einem Querträger und einer im gleichen Querträger befestigten Einstellschraube ab.

Einbaulage rechts
Abstützhebel mit Lager und Einstellschraube
Befestigung des Abstützhebels


Teilenummern[Bearbeiten]

Im T4 kommen 5 unterschiedliche Drehstäbe zum Einsatz::

  • 23,8 mm, Kennzeichnung weiß, für Nutzlast bis 800 kg
  • 25,3 mm, Kennzeichnung grün, für Nutzlast bis 1.000 kg
  • 26,4 mm, Kennzeichnung braun, für Vorderachslast bis 1.520 kg und Nutzlast 1.000 kg
  • 27,9 mm, Kennzeichnung violett, für Vorderachslast bis 1.600 kg Nutzlast 1.000 bis 2.000 kg
  • 28,6 mm, Kennzeichnung grau, für Sportfahrwerk


Teilenummer Bezeichnung Preis (2011)
701 411 103 F Drehstab links, weiss, 800/1000 KG, KR ca. 64 Euro
701 411 103 G Drehstab links, grün, 1000 KG, KR/LR ca. 178 Euro
7D0 411 103 Drehstab links, braun, 1000/1200/2000 KG, KR/LR ca. 178 Euro
7D0 411 103 A Drehstab links, grau, Sportfahrwerk ca. 178 Euro
701 411 103 J Drehstab links, violett, 1000/1200 KG, KR/LR, tiefergelegt ca. 178 Euro
701 411 104 F Drehstab rechts, weiss, 800/1000 KG, KR ca. 64 Euro
701 411 104 G Drehstab rechts, grün, 1000 KG, KR/LR ca. 178 Euro
7D0 411 104 Drehstab rechts, braun, 1000/1200/2000 KG, KR/LR ca. 178 Euro
7D0 411 104 A Drehstab rechts, grau, Sportfahrwerk ca. 178 Euro
701 411 104 J Drehstab rechts, violett, 1000/1200 KG, KR/LR, tiefergelegt ca. 178 Euro
701 411 131 D Aufnahme ca. 39 Euro
701 411 197 Gummilager ca. 7,50 Euro
N 905 226 01 Kugelmutter ca. 6,50 Euro


Arbeiten am Drehstab[Bearbeiten]

Ausbau[Bearbeiten]

Zum Ausbau muss der Drehstab nur entspannt und dann vom Achslenker abgeschraubt werden.

Hinweise:

  • Es empfiehlt sich, die schraubbaren Teile vor den Arbeiten mit Rostlöser zu behandeln.
  • Zum Ausbau des linken Drehstabes muss der Tank ausgebaut werden.
  • Vor Arbeiten am Drehstab sollte grundsätzlich der Gewindeüberstand von Verstellmutter zur Stirnseite der Gewindestange gemessen und notiert werden, damit man den Originalzustand einfach wiederherstellen kann.
    Gewindeüberstand
  • Das Aufbocken des Fahrzeuges (Entlasten der Räder) erleichtert die Arbeit.
  • Die Kugelmutter zum Einstellen grundsätzlich durch eine neue erstetzen.
  • Nach den Arbeiten sollte die Einstellung von Sturz und Spur sowie der Scheinwerfer geprüft werden. Dies kann entfallen, wenn der Gewindeüberstand vorher genau gemessen und nachher wieder korrekt eingestellt wurde.


Werkzeug:

  • Schraubenschlüssel für Sechskantmutter M18 (SW27)
  • Schraubenschlüssel oder Einsatz für Sechkantschraube M14
  • Drehmomentschlüssel für o.a. Einsatz bis 160 Nm
  • ggf. Rostlöser


Arbeitsschritte:

  1. Ggf. Tank ausbauen.
  2. Ggf. Wärmeschutzblech der Abgasanlage lösen oder ausbauen.
  3. Drehstab durch Herunterdrehen der Einstellmutter entspannen.
  4. 2 Befestigungsschrauben des Drehstabes am oberen Achslenker herausdrehen.
  5. Drehstab entnehmen.


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf die korrekten Anzugsmomente achten:
    Anzugsmomente


Verstellung/Entlastung[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Es empfiehlt sich die schraubbaren Teile vor den Arbeiten mit Rostlöser zu behandeln.
  • Vor Arbeiten am Drehstab sollte grundsätzlich der Gewindeüberstand von Verstellmutter zur Stirnseite der Gewindestange gemessen und notiert werden, damit man den Originalzustand einfach wiederherstellen kann.
    Gewindeüberstand
  • Das Aufbocken des Fahrzeuges (Entlasten der Räder) erleichtert die Arbeit.
  • Erfahrungsgemäß sollte beim Tieferlegen noch mindestens 1 cm Spiel zum Gummipuffer verbleiben, damit zumindest noch etwas Federungskomfort gegeben ist.
  • Nach der Verstellung sollte die Einstellung von Sturz und Spur sowie der Scheinwerfer geprüft werden.


Werkzeug:

  • Schraubenschlüssel SW27 oder
  • ein 'selbst kombiniertes' Werkzeug aus einem Rohrsteckschlüssel 24/27 mm, auf dessen 24 mm-Ende man eine passende Nuss (Sechskant 30 mm, hier 1/2) steckt oder verschweißt, wie das Bild von RalphCC zeigt:
    Werkzeug zum Einstellen des Drehstabes


Arbeitsschritte:

  1. Die Verstellung erfolgt durch Hoch- oder Runterschrauben des Abstützhebel über die Kugelmutter (M18x1,5, SW27) an der Einstellschraube.
    Ein Drehen der Mutter nach unten führt zu einem Absenken des Fahrzeuges.
  2. Beim Entlasten des Drehstabs kann es passieren, dass sich die Einstellschraube oben aus der Lagerung gedreht wird.
    Einstellschraube gedreht
    Das ist kein Problem, weil sie leicht wieder eingesetzt werden kann. Aufgrund der asymmetrischen Formgebung (unterschiedliche Radien) ist nur auf den korrekten Sitz im Querträger zu achten. Die Seite mit dem geringeren Radius sollte in Fahrtrichtung vorne sein.
    Einstellschraube
    Einbaulage der Einstellschraube


Quellenangabe[Bearbeiten]

Artikel Drehstabfeder. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Februar 2007, 23:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Drehstabfeder&oldid=27247131