Förderbeginn (AAB)

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Dieser Artikel behandelt die Kontrolle und die Einstellung des Förderbeginns bei den 5-Zylinder-Saugdieselmotoren AAB und AJA.


Vorgehen[Bearbeiten]

Die 5-Zylinder-Saugdieselmotoren AAB und AJA besitzen eine rein mechanische Einspritzpumpe, die zur Einstellung des Förderbeginns mit der Kurbelwelle synchronisiert werden muss. Dazu muss der Pumpenkolben in OT-Stellung der Kurbelwelle durch Verdrehen der Pumpenwelle in eine definierte Position gebracht werden. Dies kann beim AAB/AJA auf 2 unterschiedliche Weisen erfolgen:

  • Verdrehen des Antriebsrades der Einspritzpumpe
  • Verdrehen der Einspritzpumpe nach Lösen ihrer Befestigungsschrauben an Konsole und Stütze.


Sollwerte[Bearbeiten]

Es gelten die nachfolgenden, an der Messuhr abgelesenen Sollwerte für die Einstellung des Förderbeginns:

  • AAB: 1,00 ± 0,02 mm Hub
  • AJA: 0,90 ± 0,02 mm Hub


Bei einer Kontrolle des Förderbeginns sind gemäß VW jedoch die folgenden Werte tolerabel und erfordern keine Einstellung des Förderbeginns:

  • AAB: 0,93 bis 1,07 mm Hub
  • AJA: 0,85 bis 0,95 mm Hub


Kontrolle[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Den Dichtring (8x11,5, N 013 807 5) für die Verschlussschraube an der Einspritzpumpe grundsätzlich ersetzen.
  • Die Verschlussschraube ist mit 15 Nm anzuziehen. Bei einer Undichtigkeit darf jedoch ein Anzugsmoment von bis 25 Nm genutzt werden.
  • Der Kaltstartbeschleuniger darf nicht betätigt sein, weil dadurch der Förderbeginn verändert wird.
  • Zum Ablesen der Messuhr beim Verdrehen des Antriebsrades sollte das Verdrehen der Einspritzpumpe bei angehobenem Fahrzeug von unten erfolgen.
  • Während der Überprüfung des Förderbeginns durch Zurückdrehen- und Vordrehen der Kurbelwelle muss die Markierung am Schwungrad/Kupplungsglocke beobachtet werden. Dazu bietet sich eine zweite Person an.


Werkzeug:


Arbeitsschritte:

  1. Motorwanne abbauen.
  2. Kühler in Wartungsstellung bringen.
  3. Kurbelwelle auf OT stellen.
  4. Messuhr einsetzen.
    1. Verschlussschraube der Einspritzpumpe herausdrehen.
    2. Messuhr-Adapter an Stelle der Verschlussschraube einsetzen.
    3. Messuhr mit einer Vorspannung von 2 mm in den Adapter einsetzen.
      Messuhr eingesetzt
  5. Kurbelwelle z.B. an der Zentralschraube langsam entgegen der Motordrehrichtung (= gegen den Uhrzeigersinn) drehen, bis sich der Zeiger der Messuhr nicht mehr bewegt.
  6. Messuhr auf "0" stellen.
  7. Kurbelwelle z.B. an der Zentralschraube langsam in Motordrehrichtung (= im Uhrzeigersinn) auf OT drehen.
  8. Förderbeginn auf der Messuhr ablesen.


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Dabei auf das korrekte Anzugsmoment der Verschlussschraube achten; 15 bis max. 25 Nm.


Einstellung[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Es wird in diesem Abschnitt nur die Einstellung über das Verdrehen des Antriebsrades der Einspritzpumpe beschrieben.
  • Beim Lösen der Mutter für das Antriebsrad der Einspritzpumpe darauf achten, dass die Nockenwelle nicht gedreht wird.
  • Den Dichtring (8x11,5, N 013 807 5) für die Verschlussschraube an der Einspritzpumpe grundsätzlich ersetzen.
  • Die Verschlussschraube ist mit 15 Nm anzuziehen. Bei einer Undichtigkeit darf jedoch ein Anzugsmoment von bis 25 Nm genutzt werden.
  • Der Kaltstartbeschleuniger darf nicht betätigt sein, weil dadurch der Förderbeginn verändert wird.
  • Zum Ablesen der Messuhr beim Verdrehen des Antriebsrades sollte das Verdrehen der Einspritzpumpe bei angehobenem Fahrzeug von unten erfolgen.
  • Während der Überprüfung des Förderbeginns durch Zurückdrehen- und Vordrehen der Kurbelwelle muss die Markierung am Schwungrad/Kupplungsglocke beobachtet werden. Dazu bietet sich eine zweite Person an.
  • Zur korrekten mechanischen Einstellung der Einspritzpumpe muss sich der Hochdruckkolben zunächst auf UT befinden.
  • UT des Hochdruckkolbens wird durch den niedrigsten erreichbaren Wert auf der Messuhr angezeigt.


Werkzeug:


Arbeitsschritte:

  1. Motorwanne abbauen.
  2. Kühler in Wartungsstellung bringen.
  3. Kurbelwelle auf OT stellen.
  4. ESP-Zahnriemenschutz abbauen.
  5. ESP-Antriebsrad (Nockenwellenrad) mit Gegenhalter halten und Befestigungsschraube eine Umdrehung heraus schrauben. Das Rad ggf. mit einem Hammer vorsichtig von der Nockenwelle lockern, sodass es sich auf ihr frei drehen läßt.
    Gegenhalten (hier: TDI)
  6. OT-Stellung der Kurbelwelle erneut prüfen.
  7. Messuhr einsetzen.
    1. Verschlussschraube der Einspritzpumpe herausdrehen.
    2. Messuhr-Adapter an Stelle der Verschlussschraube einsetzen.
    3. Messuhr mit einer Vorspannung von 2 mm in den Adapter einsetzen.
      Messuhr eingesetzt
  8. Antriebsrad der ESP mit Gegenhalter gegen die Motordrehrichtung (= im Uhrzeigersinn) drehen, bis der Zeiger der Messuhr sich nicht mehr bewegt. Die Nockenwelle darf sich dabei nicht bewegen; ggf. an der Zentralschraube gegenhalten.
    Antriebsrad und Motordrehrichtung
  9. Messuhr auf "0" stellen.
  10. ESP-Antriebsrad (Nockenwellenrad) mit Gegenhalter in Motordrehrichtung (= gegen den Uhrzeigersinn) drehen, bis die Messuhr die o.a. Sollwerte für den Förderbeginn anzeigt.
  11. Förderbeginn überprüfen:
    1. Antriebsrad der ESP mit Gegenhalter fixieren und mit 50 Nm voranziehen.
    2. Kurbelwelle über die Zentralschraube am Schwingungsdämpfer zurückdrehen, bis die Messuhr wieder "0" anzeigt. Dann die Kurbelwelle auf OT vordrehen.
    3. Förderbeginn ablesen. Der Wert sollte nun aufgrund des Zahnriemenschlupfes etwas vom eingestellten Wert abweichen.
    4. Förderbeginn mit einem Korrekturwert erneut wie oben beschrieben einstellen. Zum Berechnen des Korrekturwertes den Messwert vom Sollwert abziehen und die Differenz zum Sollwert addieren, dann mit diesem Wert einstellen.
      Beispiel: Sollwert = 1,00 mm, Messwert = 0,95 mm -> Differenz = 0,05 mm -> neuer Einstellwert = 1,00 + 0,05 = 1,05 mm.
  12. Antriebsrad der ESP mit Gegenhalter fixieren und endgültig mit 100 Nm anziehen.


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Dabei auf das korrekte Anzugsmoment der Verschlussschraube achten; 15 bis max. 25 Nm.