Blindnietmutter

Aus T4-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Blindnietmuttern funkionieren, wie der Name bereits erahnen lässt, wie normale Blindnieten. Sie unterscheiden sich von diesen nur dadurch, dass sie ein Gewinde besitzen, in das Schrauben zur Befestigung von Bauteilen eingedreht werden können.

Blindnietmuttern eignen sich besonders zum spanlosen Einbringen von Gewinden in dünne und/oder nur einseitig zugängliche Bauteile. Bei ihrer Anwendung können zudem gleichzeitig unterschiedliche Bauteile miteinander verbunden werden. Nachteil der Blindnietmuttern ist, dass nur geringe Anzugsmomente erreichbar sind.

Das nachfolgende Bild zeigt das Funktionsprinzip:

Funktionsprinzip Blindnietschraube

Die Blindnietmutter wird in die vorbereitete Bohrung gesteckt und dann mit einem Werkzeug (Blindnietmutterzange) verformt (eingezogen), um sie im Bauteil zu fixieren.

Einziehen von Blindnietmuttern[Bearbeiten]

Mit Spezialwerkzeug[Bearbeiten]

Üblicherweise wird eine spezielle Blindnietmuttern-Hebelzange (z.B. VW 1765B) genutzt. An ihr kann ein zur Mutter passender Gewindebolzen befestigt werden, der zunächst komplett in die Mutter eingeschraubt wird. Per Hebelmechanik wird dann die in die Bohrung eingesetzte Blindnietmutter eingezogen.

Ohne Spezialwerkzeug[Bearbeiten]

Ist ein Blindnietmutter-Hebelzange, die im übrigen ein recht teures Werkzeug ist, nicht verfügbar, so kann man sich mit einer passenden Sechskantschraube (länger als für die spätere Befestigung erforderlich), 2 Unterlegscheiben und einer Sechskantmutter behelfen:

  • Sechskantmutter auf das Gewinde der Schraube schrauben.
  • Unterlegscheiben aufschieben.
  • Schraube komplett in die Blindnietmutter eindrehen.
  • Sechskantmutter gegen die am Bund anliegenden Unterlegscheiben drehen.
  • Blindnietmutter in die Bohrung schieben. Dabei sicherstellen, dass der Bund fest am Bauteil anliegt.
  • Die Blindnietmutter nun durch Drehen der Sechskantmutter bei gleichzeitigem Gegenhalten am Schraubenkopf einziehen. Hierfür am besten mit einer Ratsche bzw. Ratschennuss gegenhalten, da hier ein leichter Druck auf Schraubenkopf gehalten werden kann um sicherzustellen dass der Bund fest am Bauteil anliegt.
Einziehen ohne Spezialwerkzeug

Das Anzugsmoment der Sechskantmutter muss dabei unterhalb des für die anschließende Befestigung eines Bauteils vorgesehenen Momentes liegen. Bei den Blindnietmuttern für die Hinterachsstabilisatorbefestigung (30 Nm) soll es bei 15 Nm liegen.

Ein Problem bei diser Methode ist, dass sich die Blindnietmutter dabei recht leicht mitdreht. Benutzt man solche mit Rundkopf, an dem der Niet nicht richtig fixiert werden kann, bietet es sich an, die Bohrung für die Blindnietmutter eher (zu) knapp auszuführen, damit sich die Reibung zwischen Niet und Loch erhöht.

Außerdem kann man einen Punkt Schmierfett zwischen die beiden Unterlegscheiben setzen um die Kraftübertragung zwischen Antriebsseite (der Sechskantmutter) und der Abtriebseite (in diesem Fall die stillstehende Schraube) zu unterbrechen.