Verdampfer (Klimaanlage)

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Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Verdampfer (exemplarische Darstellung)

Im Verdampfer wird das vom Expansionsventil freigegebene, komprimierte Kältemittel entspannt, wobei es in den gasförmigen Zustand überführt wird und siedet. Beim Sieden liegen die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt des Wassers.

Die zum Verdampfen benötigte Energie wird der durch den Verdampfer strömenden Umgebungsluft entzogen, die sich dabei stark abkühlt, bevor sie in den Innenraum strömen kann. Die Feuchtigkeit der abgeküŸhlten Luft setzt sich am Verdampfer an den Stellen ab, an denen die Taupunkttemperatur unterschritten ist; es entsteht Kondenswasser. Schwebestoffe, die in der Luft enthalten sind, setzen sich zusäŠtzlich zur Feuchtigkeit am Verdampfer ab.

Über den Verdampfer wird die Luft also nicht nur abgekühlt und entfeuchtet, sondern gleichzeitig auch gereinigt, was ein deutlich günstigeres Innenraumklima während des Klimaanlagenbetriebs zur Folge hat.


Verdampfer im T4[Bearbeiten]

Funktion[Bearbeiten]

Im T4 arbeitet der Verdampfer nach dem oben beschriebenen Prinzip wie ein Wärmetauscher.

Einbauort[Bearbeiten]

Der Verdampfer ist im Luftverteilergehäuse unterhalb des Armaturenbretts integriert. T4 mit Doppel-Klimaanlage (bis 1996) bzw. Climatronic (ab 1996) besitzen einen 2. Verdampfer an der rechten D-Säule; ebenfalls in einem Luftverteilergehäuse.

Da beim Abkühlen der Luft in der Regel Kondenswasser entsteht, haben die Klima-Luftverteilergehäuse eine Ablauföffnung, die über einen Schlauch mit dem Fahrzeugboden verbunden ist. Wasserspuren unterhalb des Fahrzeuges können ihre Ursache also auch im Klimabetrieb haben. Die Bilder zeigen die Lage der Ablaufschläuche am vorderen und hinteren Verdampfer bei einem 2001er Multivan.

Ausbau[Bearbeiten]

Zum Ausbau muss in der Regel das entsprechende Luftverteilergehäuse ausgebaut und dann der Verdampfer entnommen werden.
Vor dem Ausbau muss das Kältemittelsystem komplett evakuiert werden.

Schaltbild und Anschluss[Bearbeiten]

Der Verdampfer ist ein rein mechanisches Bauteil. Es sind lediglich Thermoschalter bzw. Geber im/am Verdampfer zur Überwachung seiner Temperatur verbaut. Siehe

Eigendiagnose, Prüfung und Störungen[Bearbeiten]

Der Verdampfer ist eingeschränkt über die o.a. Temperaturüberwachung diagnosefähig.

Der Verdampfer ist bezüglich Störungen ein unkritisches Bauteil. Undichtigkeiten sind sehr selten, und das funktionsstörende Vereisen des Verdampfers hat seine Ursache in der Regel an einer anderen Stelle des Kältemittelkreislaufs. Siehe Klimaanlage (Fehlersuche).

Weniger eine Störung, dafür aber lästig ist das Auftreten von unangenehmen Gerüchen beim Betrieb der Klimaanlage, deren Verursacher in der Regel Bakterien und Pilze sind, die sich in dem 'Feuchtklima' in der Umgebung des Verdampfers sehr gut entwickeln können. Bei einer intakten, vernünftig genutzten Klimaanlage sollten diese Gerüche jedoch nicht auftreten. Wenn doch, dann sind die typische Ursachen meist

  • das Nutzerverhalten
    • zu häufiger Umluftbetrieb
    • zu kalte Temperatureinstellung
    • Betrieb nur für kurze Zeit
  • eine Verstopfung des Kondenswasserablaufs

Ist der Ablauf in Ordnung, kann man das Geruchsproblem meist innerhalb kurzer Zeit durch Umstellen des Nutzerverhaltens lösen. Hilfreich ist es dabei auch, die Klimaanlage ein paar Minuten vor dem Abstellen des Motors auszustellen, um den Verdampfer 'abzutrocknen'. In hartnäckigen Fällen führt jedoch an einer vernünftigen Desinfektion und Reinigung des Verdampfers kein Weg vorbei.