Leerlaufruheregelung

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Definition[Bearbeiten]

Als Leerlauf-Ruheregelung (auch Leerlaufruheregelung) wird bei den T4-TDI-Motoren die selektive Einspritzmengenzuteilung für die einzelnen Zylinder bezeichnet, über die im Leerlauf Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Zylindern ausgeglichen werden. Diese Leistungsunterschiede ergeben sich zwangsläufig aus Teiletoleranzen, unterschiedlichem Düsendurchsatz je Zylinder, Kompressionsunterschieden etc..


Messung[Bearbeiten]

Die Erkennung von Leistungsunterschieden erfolgt im Leerlauf über das Signal vom Drehzahlgeber G28. Er liefert pro Zylinder, also 5 Mal pro Kurbelwellenumdrehung, ein OT-Signal an das Steuergerät. Ist der zeitliche Abstand zwischen den Signalen gleich, erbringen alle Zylinder die gleiche Leistung. Ist dagegen ein Zylinder leistungsschwächer, wird die Kurbelwelle eine längere Zeit für die nächste halbe Kurbelwellenumdrehung benötigen, wodurch sich die Zeitdifferenz zwischen dem Signal von diesem und vom nächsten Zylinder erhöht. Ein leistungsstärkerer Zylinder beschleunigt die Kurbelwelle stärker, sodass die Zeitdifferenz abnimmt.
Das Steuergerät erfasst und vergleicht im Leerlauf kontinuierlich die einzelnen Zeitdifferenzen. Wird eine Abweichung erkannt, wird der betreffende Zylinder sofort mit einer größeren bzw. kleineren Einspritzmenge versorgt, bis der Motor wieder "rund" läuft.


Eigendiagnose[Bearbeiten]

Der Grad der Abweichung lässt sich per Eigendiagnose in der Anzeigengruppe 13 (ACV und AHY) sowie 13 und 14 (AJT) auslesen. Vorraussetzungen für die Messung sind ein Motor mit Betriebstemperatur (>= 80°C) und eine konstante Leerlaufdrehzahl.

Bei ACV und AHY (bis MJ1999) wird die Abweichung der Einspritzmenge der einzelnen Zylinder im Vergleich zum 3. Zylinder angezeigt. Negative Werte (- mg/h) bedeuten, dass der Zylinder leistungsschwächer ist, und dass mehr Kraftstoff eingespritzt wurde, um einen runden Motorleerlauf zu erreichen. Positive Werte weisen auf einen leistungsstärkeren Zylinder und damit auf eine geringere Einspritzmenge hin.

Beim AJT und den anderen TDI-Motoren ab MJ2000 erfolgt keine Bezugnahme auf einen Zylinder. Vielmehr wird hier die Abweichung (wie oben als negative oder positive mg/h-Werte) von der durchschnittlichen Einspritzmenge pro Zylinder angezeigt. In der Anzeigegruppe 13 finden sich die Werte für die ersten 4 Zylinder, in der Gruppe 14 der für den 5. Zylinder.

Die Werte müssen im Bereich -2,0 bis +2,0 mg/H liegen.