Hydrolager

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Hydrolager

Funktion[Bearbeiten]

Die Hydrolager (auch Hydro-Motorlager) dienen der Befestigung des Motors und des Getriebes an der Karosserie bei gleichzeitiger Entkopplung der Schwingungen von Motor bzw. Karosserie.
Es handelt sich um Gummi-Metall-Lagerelemente mit integrierter, hydraulischer Dämpfung, deren Funktionsprinzip in der nachfolgenden Zeichnung dargestellt ist.

Funktionsprinzip

Das Gummielement übernimmt die Abstützung des statischen Motorgewichts (Schubverformung) und das Hydrauliköl das Dämpfen der Schwingungen bei Relativbewegungen Motor/Karosserie.
Das Hydrauliköl (oder bei einigen Bauformen Wasser mit Frostschutzmittel) in der oberen und unteren Ölkammer ist durch ein Ausgleichelement (Membranventil, Dämpferkanäle) voneinander getrennt. Bei unterschiedlichen Vibrationen des Motors/Getriebes und der Karosserie entstehen unterschiedliche Drücke in den beiden Kammern, die über das Ausgleichelement mit einer auf das Fahrzeug abgestimmten Charakteristik augeglichen werden, wodurch die Schwingungen des Gummielements und damit die Schwinungen zwischen Motor/Getriebe und Karosserie gedämpft werden.

Hydrolager wurden im T4 sehr wahrscheinlich erst zum Modelljahr 1996 eingeführt. Davor kamen normale Gummi-Metall-Lager zum Einsatz.


Einbauort[Bearbeiten]

Im T4 kommen üblicherweise 2 Hydrolager zum Einsatz:

  • ein Lager in Fahrtrichtung rechts, das mit einer Stütze am Motor und einem Lagerbock am Längsträger verbunden ist:
    Hydrolager mit Stütze für AHY (links) und ACV (rechts)
  • ein Lager links, das am Getriebe sitzt und ebenfalls mit einem Lagerbock am Längsträger befestigt ist.

Das erste Bild (von Berrie, NL) zeigt die Hydrolager an einem ausgebauten AXG. Das 2. Bild ist von Murmel, der einen ACV in einen 94er AAB verpflanzt hat.

Einbauort am Motor/Getriebe
Einbauort im Motorraum (Quelle: Murmel auf skn-crew.de


Ausbau[Bearbeiten]

Zum Ausbau sind drei Verschraubungen zu lösen, zwei von oben im Motorraum, eine Verschraubung von unten. Das neue Motorlager im entspannten Zustand ist 95mm "hoch".

Ansicht von unten
Ansicht von oben
Ansicht von der Seite


Um das Motorlager ausbauen zu können, sind zweckmässigerweise folgende Bauteile von oben im Motorraum zu demontieren:

  • Einfüllstutzen des Wischwasserbehälters
  • Pollenfilter
  • Luftfilter mit LMM
  • Luftzufuhr Luftfilter - Turbolader

Dann ist die Position der beiden oberen Muttern SW 16 (rote Pfeile) vor der Demontage zu markieren. Diese Maßnahme erleichtert die Positionierung des neuen Lagers in der Halterung.

Vorbereitung zum Motorlagerausbau

Von unten sind entsprechend folgende Bauteile zu demontieren:

  • Motorschutzwanne
  • Ölwannenschutz aus Kunststoff
  • Flachrippenriemen
  • min. die obere Umlenkrolle, besser beide Umlenkrollen

Dann kann man die untere Befestigungsschraube mit einer 16er Nuss + Gelenk + langer Verlängerung + Ratsche gut erreichen.

Umlenkrollen demontiert
untere Befestigungsschraube des Motorlagers

Im weiteren Schritt den Motor auf der rechten Seite abstützen.
Dies kann man am besten mit einem Scherenwagenheber durchführen. Schlanke Bauart, dosiertes Anheben und Ablassen des Motors ist damit problemlos möglich.

Wagenheber untersetzen

Jetzt die oberen Muttern leicht lösen, nicht komplett demontieren.
Im nächsten Schritt die untere Mutter lösen, den Motor syncron zum Ausschrauben der unteren Mutter langsam ablassen. Vorsicht bei den letzten Schraubenumdrehungen - der Motor sollte aus Sicherheitsgründen schon soweit wie möglich abgelassen sein. Dann kann man die Schraube problemlos entnehmen.
Jetzt die beiden oberen Muttern komplett ausbauen.
I.d.R. muß der Motor noch etwas abgesenkt werden, um das Lager zur Motormitte kippen und entnehmen zu können.

Neues und altes Motorlager

Das alte Lager ist um ca 5mm "länger" als das neue Lager. Inwieweit eine Verschleißgrenze zum zwingenden Tausch des Lagers besteht ist nicht bekannt. Die Laufleistung des alten AXG-Motorlagers beträgt ca. 130.000km.
Anmerkung: Dieses neue Hydrolager (links, kein Originalteil) war bereits nach 20.000km wieder defekt. - siehe Betrieb und Probleme

Motorraum mit ausgebautem Motorlager
die Befestigungspunkte des Motorlagers
unterer Befestigungspunkt, Riemenspanner ist ebenfalls ausgebaut

Das neuen Motorlager (Nut und Paßfedertechnik beachten) einsetzen, die untere Schraube positionieren und handwarm anziehen.
Dann den Motor langsam mit dem Wagenheber nach oben drücken.
Am besten zeitgleich von oben den Motor ausrichten und die beiden Gewindebolzen des Motorlagers in die Langlöcher des Halters einführen.

neues Lager einbauen

Die beiden Muttern aufsetzen, handwarm anziehen und näherungsweise entsprechend den Markierungen positionieren und fest fixieren.
Im nächsten Schritt die untere Schraube fest fixieren.
Den Wagenheber komplett entnehmen.
Nun die beiden Muttern oben wieder etwas lösen, den Motor zwei, dreimal kurz starten. Das Motorlager schwingt dann in den beiden Langlöchern in eine spannungsarme Position.
Beide Muttern wieder fest anziehen; Anzugsmoment 55 Nm.

Abschließend die o.g. Bauteile wieder einbauen.

Teilenummern[Bearbeiten]

AXG 7D0 199 132 E
AJT 7D0 199 132 D

IN ARBEIT

Betrieb und Probleme[Bearbeiten]

Zunehmend sind auch im Bereich Hydrolager Nachbauteile auf dem Markt, deren Lebensdauer extrem eingeschränkt sind. Folgende Bilder zeigen das Hydrolager eines AJT-TDI, dass nach bereits wenigen Monaten seinen Dienst mit einem Totalausfall quittiert hat.

Defektes Motorlager vom AJT
Defektes Motorlager - ausgebaut
Defektes und Neues Motorlager

Auch in einem AXG war die Lebensdauer eines Nicht-Originalteiles nach ca. 20.000km beendet. In diesem Fall ist das Hydrolager nicht gebrochen, sondern hat die Dämpfungsfunktion komplett verloren. Laute Knackgeräusche bei jedem Lastwechsel konnten deutlich vernommen werden. Der Stempel war im unbelasteten Zustand deutlich weiter ausgezogen als beim Originalteil nach 130.000km Laufleistung.

Der Kostenvorteil zwischen Originalteil und Nachbauteil liegt lediglich im Bereich von 5-10€ (Stand 01/2012). Daher ist in diesem konkreten Fall die Mehrinvestition in das Originalteil dringend geraten.

Optisch waren beiden Nachbauteile an der glänzenden Oberfläche zu erkennen, die Originalversion ist deutlich matter.