Bremsdruckminderer

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Bremsdruckminderer

Funktion[Bearbeiten]

Durch die dynamische Achslastverlagerung verringert sich beim Bremsen die Gewichtskraft an den Hinterrädern, wodurch die übertragbare Bremskraft an den Hinterrädern abnimmt. Bei gleichen Bremsdruck an allen Radbremsen wird dies dazu führen, dass die Hinterachse vor der Vorderachse blockiert (Überbremsen). Die Hinterräder verlieren ihre Seitenführung und das Fahrzeug kann zu schleudern beginnen.
Der Bremsdruckminderer (auch Bremskraftregler, Bremskraftverteiler oder Bremsdruckregler genannt) verändert die Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse so, dass dieses Überbremsen jederzeit und lastunabhängig (Beladung, Kurvenfahrt etc.) vermieden wird. Zusammen mit den Komponenten zur mechanischen Ansteuerung des Bremsdruckminderers bildet er den 'automatischen und lastabhängigen Bremsdruckregler'.

Der Bremsdruckminderer besteht im Wesentlichen aus einem System von Federn und Ventilen, über die der Bremsdruck (Bremsflüssigkeit) für die Bremskolben an den Hinterrädern geregelt wird. Dazu wird er von einem beweglich aufgehängten Waagebalken belastet, der über Zugfedern mit den Schräglenkern der Hinterachse verbunden ist.

Funktionsprinzip Bremsdruckminderer

Abhängig von der Gewichtskraft an der Hinterachse belastet der Waagebalken (auch Ausgleichhebel) den drehbar gelagerten Hebel des Bremsdruckminderers mehr oder weniger stark. Die Kraft am Hebel wird dann auf die Ventile und Federn im Bremsdruckminderer übertragen. Einstellbare Anschläge auf beiden Seiten des Waagebalkens begrenzen diesen Vorgang. Die Nutzung eines beweglich gelagerten Waagebalkens gewährleistet auch bei Kurvenfahrt, bei der ja das kurveninnere Hinterrad entlastet wird, eine zuverlässige Bremsdruckregelung an der Hinterachse.

Wesentlichen Einfluss auf den tatsächlichen Bremsdruck haben die Zugfedern. Sie müssen auf das Fahrwerk abgestimmt sein (Federn, Beladegrenzen). Veränderungen des Fahrwerkes (z.B. eine Tieferlegung hinten) gaukeln dem Bremskraftminderer unter Umständen falsche Hinterachslasten vor und beeinträchtigen dessen Funktionsfähigkeit.

Der (mechanische) Bremsdruckminderer ist grundsätzlich nur in T4 ohne das ABS Bosch 5.3 verbaut, das ca. 1997 eingeführt wurde. Dieses ABS-System beinhaltet eine elektronische Bremskraftverteilung. Neuere T4, die ab Werk für eine hohe Zuladung ausgelegt sind (> 1.000 kg; z.B. Pritsche), können allerdings trotzdem noch mit dem Bremsdruckminderer ausgestattet sein. Ein Blick unter das Fahrzeug verschafft Gewissheit.


Einbauort[Bearbeiten]

Der Bremsdruckminderer ist am hinteren Querträger befestigt. Der Hebel ist mit dem Waagebalken verbunden, der wiederum über die Zugfedern mit den Schräglenkern verbunden ist.

Übersicht Einbauort
Details Einbauort


Teilenummern[Bearbeiten]

Es gibt nur einen Typ Bremsdruckminderer. Die Anpassung an das Fahrwerk erfolgt über unterschiedliche Zugfedern und die Einstellung des Waagebalkens.

Teilenummer Bezeichnung Preis (2011)
7D0 612 503 Bremsdruckminderer ca. 135 Euro
701 612 561 Zugfeder gelb ca. 6,75 Euro
701 612 561 A Zugfeder grün ca. 6,75 Euro
701 612 561 B Zugfeder weiss ca. 6,75 Euro
701 612 561 C Zugfeder braun ca. 6,75 Euro
701 612 561 D Zugfeder schwarz ca. 6,75 Euro


Da selbst Händler ab und an Schwierigkeiten haben können, die richtigen Zugfedern für die jeweils vorliegende Kombination aus Aufbau, Nutzlast/Auflastung und Radstand zu finden, hier ein kleiner Hinweis:

Die Tabellen "Zuordnung der Schraubenfedern und der Zugfeder des Bremskraftreglers" finden sich im "Reparaturleitfaden Transporter 1996 ➤ Fahrwerk, Achsen, Lenkung" im Abschnitt 42 Absatz 2.
Alternativ kann man auch den "Ratgeber Auf- und Ablastung" zu Hilfe nehmen, was zwar deutlich umständlicher ist, aber zusätzliche Infos zu den anderen Teilen liefert (Dämpfer, Drehstab, Unterlagen, Kappen etc.)

Betrieb und Probleme[Bearbeiten]

Störungen am Bremsdruckminderer selbst (z.B. Undichtigkeit) sind eher selten, und er dürfte in der Regel ein Busleben lang halten. Probleme bereitet dagegen die Mechanik der diversen Teile, die unter dem Fahrzeug ständig den unterschiedlichen Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Dreck und Korrosion führen insbesondere zu Schwergängigkeit des Hebels, wodurch meist eine korrekte Bremsdruckminderung verhindert wird; der T4 neigt dann zum Überbremsen. Es empfiehlt sich daher, die Mechanik regelmäßig einer Sichtprüfung zu unterziehen, diese durch geeignete Schmiermittel gängig zu halten und ab und an einen Bremstest durchzuführen; am besten auf nasser Fahrbahn.
Kommt es dabei zu Auffälligkeiten, wird man zur genaueren Prüfung auf den Bremsenprüfstand müssen.

Eine Ausnahme kann sein, wenn der Hebel des Druckminderes trotz Freigängigkeit lange Zeit nicht bewegt wird, z.B. durch falsche Einstellung der Zugfedern oder ständiges Fahren unter Volllast. Dann können die beiden kleinen Kolben im Innern des Reglers fest sitzen - von außen sieht alles gut aus und ist beweglich, aber innen tut sich nichts mehr. Dies erkennt man (neben den Bremsproblemen), wenn bei laufendem Motor eine Person das Bremspedal ganz durchdrückt, während eine zweite Person unterm Wagen fühlt, ob eine kleine Bewegung des Hebels durch den Druck der Bremsflüssigkeit ausgelöst wird. Tut sich hier nichts, so sollte ein Wechsel/eine Instandsetzung erfolgen.

Nach Veränderungen am Fahrwerk hinten (z.B. Tieferlegung) muss grundsätzlich die korrekte Einstellung des Bremsdruckminderers überprüft werden. Nicht selten ist dann der Wechsel der Zugfedern inkl. Neueinstellung erforderlich.

Ausbau, Instandsetzung und Einstellung[Bearbeiten]

Ausbau[Bearbeiten]

Die Bilder wuren dankenswerterweise von nonius zur Verfügung gestellt.

Hinweise:

  • Dieser Artikel beschreibt den Aus-/Einbau aller Komponenten des Bremskraftreglersystems.
  • Vor den Arbeiten ggf. sämtliche schraubbaren Komponenten mit Rostlöser einsprühen.
  • Einbaulage der Federaufnahmen und Zugfedern vor dem Ausbau markieren/merken.
  • Die Zugfedern können vor der Demontage des Bremskraftreglers oben ausgehängt werden, wodurch das Lösen der unteren Aufnahmen entfallen kann. Plastikclip spreizen, Feder samt Clip anheben und seitlich abschieben. Etwas fummelig, funktioniert aber sehr gut.
  • Nach Arbeiten am Bremskraftregler sollte dessen Einstellung überprüft werden; idealerweise auf einem Bremsenprüfstand.


Werkzeug:

  • Schraubenschlüssel/Einsätze für Sechskantschrauben M8 und M10
  • Drehmomentschlüssel für Einsatz M8 bis 20 Nm
  • Innensechskantschlüssel SW6
  • Zange
  • Auffangbehälter und Lappen für Bremsflüssigkeit
  • Rostlöser


Arbeitsschritte:

  1. 4 Bremsleitungen am Bremskraftregler abschrauben.
    Bremsleitungen abschrauben
  2. Befestigungsclip losdrehen (2 bis 3 Umdrehungen) und vom Gewindezapfen abziehen.
    Befestigungsclip abmontieren
  3. 2 Befestigungschrauben M8 heraus schrauben und Regler nach unten abnehmen. Dabei auf die Unterlegscheiben achten.
    Befestigungsschrauben herausdrehen
  4. Waagebalken mit Federn nach hinten von den Anschlagpuffern heben und Federn am Waagebalken abnehmen.
    Zugfedern oben abnehmen
  5. Untere Federauflagen abbauen. Dazu Schrauben mit (selbstsicherenden ?) Muttern vom Achslenker lösen und abnehmen.
    Untere Federauflagen abbauen
  6. Anschlagpuffer links und rechts mit Innensechskantschlüssel herausdrehen; die Aufnahme für die Puffer ist genietet.
    Anschlagpuffer herausdrehen


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf die korrekten Anzugsmomente achten:
    • Befestigungsschrauben des Bremskraftreglers: 20 Nm
    • Muttern für untere Federauflage: 20 Nm
  • Bremskraftregler einstellen.


Instandsetzung[Bearbeiten]

- BKR von BOSCH Nr.0204031292 - Alter: erschreckende 18 Monate...


Staubschutzkappe entfernt, die Anschlagschraube ist rechts sichtbar

1. Ausgebauten BKR verkehrt herum/kopfüber einspannen, Lappen unterlegen, da noch restliche Bremsflüssigkeit auslaufen wird.

2. Staubschutzkappe am vorderen Hebelende (hier rechts im Bild) vorsichtig abnehmen. Kunststoffrand säubern. Man erkennt die Anschlagschraube.


Rückstellfeder und Staubschutzmanschette

3. Stellung der Anschlagschraube markieren und Schraube mit 4 mm Innensechskant ganz herausdrehen; dabei die Umdrehungen zählen (bei mir:13). Der Hebel sollte nun freigängig und recht weit in beide Richtungen bewegbar sein. Falls nicht: Dreck anlösen, Mittelscharnier säubern (aber erst beim Zusammenbau einfetten.) Die Rückstellfeder samt Staubschutzmanschette kann man nun abnehmen, sie ist am Hebel in einer umlaufenden Nut fixiert.


Scharnierstift austreiben

4. Den Scharnierstift des Hebels vorsichtig nach unten austreiben; dazu den BKR seitlich so ablegen, dass das Kopfende des Stifts nach unten zeigt, eine 10mm Nuss unterlegen, mit sanften Schlägen und einem Ausschlagdorn den Stift langsam austreiben. Keine Gewalt anwenden; im Bedarfsfall erst mit Kriechöl einsprühen und warten. Der Bosch BKR hat dort keine Sicherungsscheibe.


Hebel gelöst, Aufnahmestück sichtbar

5. Nun den BKR wieder einspannen, die große Gummimanschette am Gehäuse lösen und den Hebel nach oben abnehmen. Metallrand am Gehäuse säubern, evtl. mit Drahtbürste (auch Bohrmaschinenaufsatz) blank machen. Die Manschette verbleibt am Hebel, der zur Seite gelegt wird, und sollte innen gereinigt und etwas gefettet werden.

6. Das Aufnahmestück, das die Kraft des Hebeldorns auf die zwei innenliegenden Federn überträgt, kann einfach entnommen werden. Es sollte metallisch blank sein.

7. Ein Blick ins nun offene Innere lässt erste Rückschlüsse zu: Sauber, trocken, unverbrauchtes Fett, Flüssigkeit, Rostspuren, Dreckkrümel etc. Hier kann einen so ziemlich alles erwarten. Grob ausputzen.


Innenleben, Demontage der Reihe nach: oben links, oben rechts, unten links, unten rechts

8. Die beiden kleinen Federn nach oben abziehen; bei Verschmutzung kann es etwas Kraft kosten. Es verbleiben zwei zylindrische Metallstäbchen, um die die Federn gelagert waren.

9. Unten am sichtbaren Rand des Inneren erkennt man einen Sicherungsring; diesen zusammendrücken und nach oben entnehmen. Direkt darunter liegt ein Distanzring, der ebenfalls entnommen wird.

10. Nun sollte man das Innere so weit wie möglich gründlich reinigen und trocknen, bevor man weiter macht.

11. Die beiden zylindrischen Metallstäbchen sind Teile der Kolben, die den Bremsdruck in beiden Hälften des BKR zwar räumlich getrennt regeln (zwei Bremskreise), aber theoretisch immer denselben Druck weitergeben, da sie durch das Aufnahmestück identisch belastet werden.


Entnommener Kolben in der Detailansicht

12. Man kann mit einer Zange nun vorsichtig prüfen, ob die Kolben freigängig sind, sich also nach oben oder unten bewegen lassen. Ist das der Fall, so besteht eigentlich kein weiterer Bedarf der Instandsetzung, denn man ist bis zum Innersten des BKR vorgedrungen. Im Idealfall kann man die Kolben mühelos nach oben entnehmen, wenn Sicherungsring und Distanzstück ausgebaut sind. Da hierbei Dreck in die Regelzylinder fallen kann, sollte dieser Schritt wohlüberlegt sein.

13. Sitzen die Kolben fest, man bekommt sie aber heraus, so kann man sie reinigen, von Rückständen befreien, die Zylinder innen säubern und den Zusammenbau in Angriff nehmen. Nur feinstes Schleifpapier nehmen, dabei den O-Ring, der mittig auf den Kolben sitzt, nicht beschädigen. Die Zylinder und die Kolben mir Bremsflüssigkeit spülen, um Fremdkörper zu entfernen und eine anfängliche Schmierwirkung zu erreichen.


Regelzylinder

14. Sitzen die Kolben fest, und man bekommt sie nicht locker, kann man den BKR als letztes Mittel über Nacht in einer Plastiktüte ins Gefrierfach legen. Durch das Zusammenziehen des Metalls wird der Spalt zwischen Zylinderwand und Kolben etwas größer, was für eine erfolgreiche Demontage entscheidend sein kann.


Teileübersicht

15. Ansonsten hilft nur der Austausch des gesamten BKR. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn man ständig unter Volllast fährt, ohne dass die Achse jemals entlastet wird, oder wenn die Federn am Waagebalken falsch eingestellt sind (also die Federaufnahmen am Achsschenkel nicht in der korrekten Position sind) und der BKR zwar theoretisch freigängig wäre, aber niemals Bewegung dort ankommt. Kolben, die nicht bewegt werden, setzen sich relativ sicher fest.

16. Die Kolben einstecken, Distanzring einlegen und Sicherungsring einrasten, Federn aufstecken, Aufnahmestück auf die Federn setzen, alles mit bremsengeeignetem Fett (säurefrei) einfetten, den Hebel so aufsetzen, dass der Dorn in die Mulde des Aufnahmestücks greift, die große Manschette ringsum aufdrücken und den Scharnierstift eintreiben. Auf die richtige Lage des Hebels und des Stiftes achten. Hebelscharnier gut einfetten.

17. Die Rückstellfeder samt Manschette einsetzen, die Anschlagschraube eindrehen (etwas Schraubensicherung ins Gewinde), dabei die Anzahl der gemerkten Umdrehungen einhalten und auf die selbst angebrachte Markierung achten. Staubschutzkappe aufsetzen, den Rand in die Nut einstecken.


Prüfung[Bearbeiten]

Die Prüfung der Bremskraftverteilung erfolgt über eine Bremsdruckmessung an der Vorder- und Hinterachse; jeweils am linken Rad. Über das Bremspedal wird ein vorgegebener Bremsdruck an der Vorderachse 'eingestellt' und dann der Bremsdruck an der Hinterachse gemessen. Letzterer ist von der Zuladung abhängig. Welche Bremsdrücke konkret erreicht werden müssen, ist nicht ganz klar. VW spricht zuladungsabhängig von 20 +/- 2 Bar Überdruck an der Hinterachse bei 50 Bar an der Vorderachse. Im nachfolgenden Bild ist für einen T4 mit 1X-Motor und langem Radstand dagegen eine Vielzahl von Wertepaaren angegeben:

Aufkleber mit Wertetabelle

Auf einem Bremsprüfstand müssen folgende beladungsabhängige Werte mindestens erreicht werden:

Hinterachslast [KG] Bremskraft [N]
< 600 900
700 1200
800 1500
900 1800
1000 2200
1100 2500
1200 2800
1300 3100
1400 3300
1500 3700
1800 4000


Einstellung[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Die Einstellung des Bremskraftreglers muss unter definierten Bedingungen erfolgen, sodass der Einfluss der gerade bestehenden Zuladung eliminiert ist. Dazu müssen die Schräglenker in eine bestimmte Position gebracht (vorgespannt) werden, die abhängig von den an der Hinterachse genutzten Schraubenfedern ist. Diese Position simuliert einen definierten Beladungszustand an der Hinterachse. Genutzt wird das im Bild dargestellte Maß X, das von der Blechkante in der Federaufnahme (oben) bis zur Oberkante des Montagelochs (unten) gemessen wird.
    Maß X für Grundeinstellung
    Abhängig von den verbauten Schraubenfedern muss X folgende Werte haben:
Teilenummer Farbe Maß X [mm +/- 1 mm] Modell und Ausstattung
701 511 105 violett 280 Pritsche/Doka, KR/LR, Nutzlast 1000 kg
701 511 105 A weiß 258 Kasten/Kombi/Multivan/Caravelle, KR/LR, Nutzlast 800/1000 kg
701 511 105 B braun 292 Pritsche/Doka, KR/LR, Nutzlast 1200/2000 kg (1000 kg verstärkt)
701 511 105 C weiß 258 Kasten/Kombi/Multivan/Caravelle, KR/LR, Nutzlast 800/1000 kg
701 511 105 F grün 281 Krankenwagen, KR/LR, Nutzlast 1000 kg
701 511 105 G blau ? Kombi/Multivan/Caravelle, KR, tiefergelegt 15 mm
701 511 105 H orange 270 Kombi/Multivan/Caravelle, KR, Nutzlast 800/1000 kg
701 511 105 J orange 270 Kombi/Multivan/Caravelle, KR, Nutzlast 800/1000 kg
701 511 105 K gelb 284 Camper, KR/LR, Nutzlast 1000 kg
701 511 105 L grau 238 Kombi/Multivan/Caravelle, KR, tiefergelegt 15 mm (Tieferlegungsfeder)
701 511 105 M rosa 268 alle, KR/LR, Nutzlast 1000/1200 kg (Auflastfeder)
701 511 105 P lichtblau 270 Kombi/Multivan/Caravelle, KR, Nutzlast 800/1000 kg


  • Die Einstellung des Masses X erfolgt entweder nach Ausbau der Stoßdämpfer und ggf. Ausbau der Schraubenfedern mittels eines Spezialwerkzeuges oder - hobbymäßig - durch Anheben/Absenken des Fahrzeuges hinten, bis das Maß X erreicht ist.
  • Der Waagebalken darf leicht schief stehen. Erlaubt sind 4 mm Abweichung zwischen dem linken und rechten Ende des Waagebalkens.
    Erlaubter Schiefstand
  • Die Einstellung der Bremskraft hinten erfolgt durch Verschieben der Federaufnahme(n). Ein Verstellweg von 1 mm entspricht dabei einer Bremsdruckänderung um 4 Bar. Ein Verschieben nach oben führt zu einer Verminderung des Bremsdrucks.
  • Wenn der Waagebalken dabei innerhalb des Limits (< 4 mm Abweichung) waagerecht bleibt, genügt das Verschieben einer Federaufnahme zur Einstellung der Bremskraft.


Werkzeug:

  • Werkzeug zum Einstellen des Masses X; z.B. Wagenheber oder Spezialwerkzeug VW 3255
  • Diverse Schraubenschlüssel, inkl. Inbus SW6.
  • Fühlerlehre und Zollstock
  • Rostlöser
  • Messgerät zum Messen des Bremsdrucks


Arbeitsschritte:

  1. Maß X einstellen, also die Schräglenker vorspannen.
  2. Waagebalken in die Waagerechte bringen, beide Anschlagpuffer bis zum Anschlag an den Waagebalken hochdrehen.
    Anschlagpuffer bis zum Waagebalken hochdrehen
  3. Schraube einer Federaufnahme lösen, Federaufnahme nach unten verschieben (gelb), sodass sich auf der anderen Seite (rot) zwischen Anschlagpuffer und Waagebalken ein Spalt von ca. 2 mm ergibt. Befestigungsschraube wieder anziehen.
    Federaufnahme auf einer Seite verschieben
  4. Andere Federaufnahme ebenfalls nach unten verschieben, sodass der Waagebalken wieder in der Waagerechten ist.
  5. Beide Anschlagpuffer für einen größtmöglichen Spalt zum Waagebalken komplett herunter drehen.
  6. Bremsdrücke messen. Ein Druck von 50 Bar an der Vorderachse muss zu einem Druck von 20 +/- 2 Bar an der Hinterachse führen.
  7. Bremsdruck durch Verschieben einer Federaufnahme einstellen. Dazu:
    1. Aktuelle Position der Aufnahme markieren.
    2. Befestigungsschraube lösen.
    3. Federaufnahme nach oben (geringerer Bremsdruck) oder nach unten (höherer Bremsdruck) verschieben.
    4. Befestigungsschraube festziehen.
    5. Bremsdruck erneut messen und ggf. erneut einstellen.
  8. Anschlagpuffer einstellen. Dazu:
    1. Bremsdruck vorne auf mindestens 50 Bar halten.
    2. Anschlagpuffer so weit nach oben drehen, bis sich auf beiden Seiten zwischen Anschlagpuffer und Waagebalken ein Spalt von 0,5 mm einstellt.