Abgasrückführungsanlage

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Funktion[Bearbeiten]

Die Abgasrückführung (AGR) wird zur Minderung von Stickstoffoxiden (NOx) bei der Verbrennung von Kraftstoff in Ottomotoren, Dieselmotoren, Gasturbinen, Heizkesseln usw. verwendet. Diese Reduktion ist nötig, um speziell bei Verbrennungsmotoren für Fahrzeuge die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einzuhalten. (Quellenangabe)

Ein Teil des Abgases wird durch ein Rohr mit Steuerventil (Abgasrückführungsventil) wieder der Frischluft zugemischt (externe AGR), oder Abgas wird bei Kolbenmaschinen, während des Ansaugtaktes, durch ein offenes Auslassventil wieder angesaugt (interne AGR). Das entstehende Gemisch aus Frisch- und Abgas besitzt einen, auf das Volumen bezogen, niedrigeren Brennwert und erreicht daher nicht mehr die für die Stickstoffoxidbildung (NOx) erforderliche Temperatur im Brennraum. Nachteilig hingegen ist die vermehrte Bildung von Kohlenmonoxid und unverbrannten Kohlenwasserstoffen bei der Verbrennung. (Quellenangabe)

Generell besteht ein Zielkonflikt zwischen geringen Ruß- und NOx-Emissionen. Erstere entstehen vermehrt bei geringen Brennraumtemperaturen, während sich bei hohen Temperaturen deutlich mehr NOx bildet. (Quellenangabe)


Grundsätzlich besitzen beim T4 nur die Motoren mit Motorsteuergerät (Benzinmotoren vor 1996 nur bei USA-Fahrzeugen, nicht bei AAC und AAF) sowie der Turbodieselmotor ABL eine Abgasrückführungsanlage.

In der Regel ist die Abgasrückführung nur im Teillastbereich aktiv; bei Volllast findet keine Abgasbeimischung statt. Die AGR wird über das Motorsteuergerät auf Grundlage eines AGR-Kennfeldes gesteuert, wobei das Ventil N18 (Abgasrückführung) die tatsächliche Abgasbeimischung übernimmt. Beim TD-Motor ABL, der ja kein Motorsteuergerät besitzt, übernimmt ein kombiniertes Steuergerät für Glühzeitautomatik und Abgasrückführung die Ansteuerung des Ventils N161 für die Abgasrückführung.


Aufbau[Bearbeiten]

Die AGR-Anlage besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:

  • Verbindungsrohr zwischen Abgaskrümmer und Ansaugtrakt (über das AGR-Ventil),
  • AGR-Ventil, das über eine Unterdruckdose betätigt wird,
  • Ventil N18 bzw. Ventil N161, das je nach Ansteuerung durch das MSG bzw. das Steuergerät J315/J425 (ABL) den Steuerdruck für die Unterdruckdose bereit stellt,
  • diverse Schlauchverbindungen.


ABL[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Bilder zeigen die Komponenten der AGR-Anlage eines ABL (rechtes Bild von Zokanta).

AGR-Anlage ABL
AGR-Anlage ABL

Zum Ablauf der AGR-Steuerung siehe den Artikel Steuergerät J425 (Diesel).


AJT (65kW-TDI)[Bearbeiten]

Das nachfolgende Bild zeigt die AGR-Anlage eines 1999er TDI-Motor mit 65 kW (MKB AJT), der ab Werk nicht mit einem Ladeluftkühler ausgestattet ist:

AGR-Anlage AJT vor MJ2000

Das AGR-Ventil ist direkt mit dem Turbolader (links oben im Bild) verbunden.


ACV (75kW-TDI)[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Bilder zeigen die AGR-Anlage eines 1998er und eines 2001er TDI-Motor mit 75 kW (MKB ACV) bei abgebautem Ladeluftkühler. Die Saugrohrklappe inkl. Ansteuerung über eine Unterdruckdose wurde erst ab MJ2000 verbaut.

AGR-Anlage ACV vor MJ2000
AGR-Anlage ACV ab MJ2000

Achtung: im rechten Bild muss es oben "Schlauch zum Regelventil N239" statt "... N18" heißen!


AHY/AXG (111kW-TDI) und AXL (75kW-TDI)[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Bilder zeigen die AGR-Anlage eines 2000er TDI-Motor mit 111 kW (MKB AHY bzw. AXG) bzw. mit 75 kW (MKB AXL).

AGR-Anlage AHY/AXG ab MJ2000
Detailansicht AHY/AXG ab MJ2000
Verbindungsrohr AHY

Und so sieht das bei ausgebautem Motor (AXG) von der Rückseite aus:

Rückansicht AGR-Anlage AXG (Bilderquelle: maniac@t4forum.de)

Die Saugrohrklappe inkl. Ansteuerung über eine Unterdruckdose wurde erst ab MJ2000 verbaut.

Unterscheidungsmerkmal zwischen AHY und AXG/AXL ist, dass beim AXG/AXL das AGR-Ventil (mit Saugrohrklappe) an die Ansaugbrücke geschraubt ist, während das Ventil beim AHY in die Ansaugbrücke integriert ist, wie das nachfolgende Bild zeigt:

AGR-Anlage AHY


Ausbau[Bearbeiten]

Der Ausbau der AGR-Anlage ist im Artikel Abgasrückführungsanlage (Ausbau) beschrieben.


Betrieb und Probleme[Bearbeiten]

Die AGR ist nicht gerade 'pflegeleicht'. Aufgrund des doch komplexen Aufbaus mit 2 Ventilen, dem Anschluss an das Unterdrucksystem und der Elektrik kommt es immer mal wieder zu einem Ausfall, der sich aber nur selten bemerkbar macht. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass das AGR-Ventil bei einem Defekt meist in der geschlossenen Position verbleibt. Und dies würde sich nur bei der Messung der Abgaswerte wegen der etwas höheren NOx-Werte bemerkbar machen.
Ein Verbleiben in einer teilgeöffneten Stellung macht sich dagegen schon eher bemerkbar. Typische Auswirkungen sind:

  • stärkeres Rußen,
  • Leistungseinbußen,
  • ggf. etwas höherer Kraftstoffverbrauch.


Aufgrund des Funktionsprinzips kommt es bei den Dieselmotoren mit AGR im Laufe der Zeit fast unvermeidbar zu einer erheblichen Verschmutzung der Ansaugwege hinter dem AGR-Ventil. Der Ruß aus den Abgasen verbindet sich mit den Öldämpfen aus der Kurbelgehäuseentlüftung, und diese Gemisch setzt sich immer mehr in den Ansaugwegen ab. Wie das dann aussehen kann, zeigen die folgenden Bilder (2000er ACV mit ca. 150.000km Laufleistung):

Ausgang des AGR-Ventils
Eingang des Ansaugstutzens
Ausgang des Ansaugstutzens

Die nachfolgenden Bilder von Zokanta zeigen die verdreckte AGR eines 4-Zylinder-Dieselmotors ABL:

Ausgang des AGR-Ventils
Gereinigt


Abhilfe schafft die Stilllegung der AGR-Anlage, was aber nicht unkritisch ist, weil dabei grundsätzlich die Betriebserlaubnis verloren geht. Die Stilllegung wird im Artikel Abgasrückführungsanlage (Stilllegung) beschrieben.

Man kann die AGR-Anlage natürlich auch 'nur' regelmäßig Reinigen. Dies ist im Artikel Abgasrückführungsanlage (Reinigung) beschrieben.


Weblinks[Bearbeiten]


Quellenangabe[Bearbeiten]

Artikel Abgasrückführung. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2007, 17:21 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Abgasr%C3%BCckf%C3%BChrung&oldid=26280921