Stoßdämpfer

Aus T4-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stoßdämpfer (Zubehör)

Funktion[Bearbeiten]

Der Stoßdämpfer dient dazu, die Schwingungen der ungefederten Massen des Fahrzeuges zu unterdrücken bzw. schnell abklingen zu lassen. Er dient nicht dazu, z.B. durch Fahrbahnunebenheiten ins Fahrzeug eingeleitete Stöße abzufangen. Diese werden durch die Federung "geschluckt", die beim T4 aus einer Drehstabfeder vorne und Schraubenfedern hinten besteht.

Im T4 sind baujahr- und modellunabhängig hydraulische Stoßdämpfer (als Gasdruckstoßdämpfer) verbaut, die im Wesentlichen aus einem an einer Kolbenstange in einem ölbefüllten Zylinder geführten Kolben bestehen. Bei axialer Bewegung der Kolbenstange muss das Öl durch enge Kanäle und Ventile im Kolben strömen. Mit der Geschwindigkeit der Kolbenbewegung steigt der Strömungswiderstand und damit die Dämpfungswirkung. Der Strömungswiderstand führt zur Erwärmung des Öls. Weil bei erhöhter Temperatur die Viskosität des Öls und damit die Dämpfungswirkung sinkt, muss der Dämpfer ausreichend Wärme an die Umgebungsluft abgeben können.

Für weiterführende Informationen siehe Weblinks. Insbesondere auf der Seite von ZF finden sich Bereich "Technische Unterstützung" gute Informationen.

Einbauorte[Bearbeiten]

Die vorderen Stoßdämpfer sind zwischen unterem Querlenker und dem vorderen Längsträger verbaut; unten sind sie zusammen mit der Koppelstange verschraubt sind und oben sind sie an eine Aufnahme geschraubt, die mit einer Mutter und einer Schraube am Längsträger befestigt ist.
Die hinteren Stoßdämpfer sind zwischen dem Achslenker und einem mit den Querträgern hinten verbundenen Federträger verbaut.

Übersicht vorne
Aufnahme eingebaut
Einbauort am Längsträger
Übersicht hinten


Zuordnung und Teilenummern[Bearbeiten]

VW hat insbesondere an der Hinterachse eine Vielzahl unterschiedlicher Stoßdämpfer im Wesentlichen abhängig von der Nutzlast ab Werk verbaut. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle auf eine Auflistung der Teilenummern verzichtet.
Eine eindeutige Zuordnung ist in der Regel nur über die Fahrgestellnummer und/oder Ausstattungsnummer möglich. Die Preise für einen Stoßdämpfer liegen in der Größenordnung von 100 bis 160 Euro.

Bei einem Wechsel der Stoßdämpfer kann/sollte man die Dämpfungsringe und bei den vorderen Dämpfern die Mutter oben tauschen, wenn die verbauten Verschleißspuren aufweisen. Diese Teile sind bei allen Baujahren und VW-Stoßdämpfern identisch. Die sonstigen Schrauben und die stabilen Teller für die Dämpfungsringe kann man problemlos weiterverwenden.

Teilenummer Bezeichnung Preis (2012)
N 101 406 01 Mutter Sechskant M10x1, vorne oben ca. 0,90 Euro
411 513 121 Dämpfungsring vorne ca. 2,20 Euro
701 513 121 Dämpfungsring hinten ca. 1,90 Euro


Ein-/Aubau[Bearbeiten]

Vorderachse[Bearbeiten]

Einige Bilder wurden dankenswerter Weise von projektnju (Njumaen im T4-Forum) zur Verfügung gestellt.

Hinweise:

  • Die Befestigungsschrauben (insbesondere die untere) rosten gerne fest. Ggf. lohnt es sich, diese Stunden vorher mit Rostlöser zu behandeln. Zudem sollte man überlegen, die Schrauben zu ersetzen, wenn sie nicht mehr gut aussehen, um damit zusätzlichen Aufwand (Flexen, weil das Gewinde beschädigt ist) zu vermeiden; siehe nachfolgendes Bild von Christian A.. Schraubendaten: M14 x 1,5 x 165 x 53, N 103 338 01 für ca. 4,50 Euro.
    Beschädigtes Gewinde
  • Das Vorderrad muss nicht abmontiert werden. Der Abbau erleichtert aber die Arbeit. In diesem Fall wird möglicherweise, aber nicht zwangsläufig, eine Abstützung für den Querlenker benötigt, um den Stoßdämpfer 'spannungsfrei' demontieren zu können.
  • Bei der Demontage könnte ein nicht abgestützter Querlenker (leicht) nach unten kippen. In der Regel ist das aber unkritisch, und die Abstützung ist - mehrheitliche Erfahrung in den T4-Foren - nicht erforderlich.
  • Die untere Befestigungsschraube nach Möglichkeit erst mit Drehmoment anziehen, wenn der T4 wieder auf den Rädern steht. Damit verhindert man, dass sich das Dämpfungsgummi in der Stoßdämpferöse unten beim Ablassen des Wagenhebers verdreht.
  • Nicht selten kommt es nach dem Einbau von Bilstein-Stoßdämpfern (B6) nach kurzer Fahrtstrecke zu einem Klappern im Bereich des Stoßdämpfers. Grund ist meist ein unsachgemäßer Einbau der mitgelieferten (Unterleg-)Scheibe. Diese muss zwischen Stoßdämpfergehäuse und dem 1. Lagerring (siehe unten Wiederherstellung) gelegt werden.


Werkzeug:

  • geeigneter Wagenheber und ggf. Abstützung
  • Schraubenschlüssel/Einsatz für Sechskantschrauben/-muttern M10, M12, M14
  • Schraubenschlüssel SW7 zum Gegenhalten
  • Drehmomentschlüssel für o.a. Einsätze für 25 Nm (M10), 100 Nm (M12), 160 Nm (M14)
  • Ggf. modifizierter Schraubenschlüssel zum Gegenhalten beim Demontieren der Dämpferaufnahme (modellabhängig SW18 oder SW21); siehe Punkt 4. Maik R. hat dazu einen normalen Schraubenschlüssel mit der Flex bearbeitet.
    modifizierter Schlüssel


Arbeitsschritte:

  1. Ggf. Rad abmontieren.
  2. Fahrzeug anheben, um den Dämpfer zu entlasten. Bei abmontiertem Rad ggf. Querlenker abstützen und Fahrzeug wieder etwas ablassen, um den Stoßdämpfer 'spannungsfrei' zu haben.
    Entlastete Vorderradaufhängung
  3. Untere Befestigungsmutter des Stoßdämpfers lösen (Sechskant M14, 160 Nm) und herausdrehen. Schraube dann so weit herausziehen, bis der Stoßdämpfer unten frei ist.
    Untere Befestigung
  4. Befestigungsschraube und -mutter der Dämpferaufnahme herausdrehen (Sechskant M12, 100 Nm). Hierbei kann es passieren, dass die Mutter sich nicht löst, sondern stattdessen, die Schraube, welche von oben mit der Karosserie verbunden ist, sich aus der Halterung löst und mitdreht. Dann ist es notwendig die Schraube von oben von Dreck zu befreien und mit einem 18er Maulschlüssel (am besten in flacher Ausführung) zu kontern. Dazu wird eine zweite Person benötigt, da der Kopf der Schraube nur teilweise aus dem Blech raussteht.
    Obere Befestigung
    Mutter abschrauben
    Schraube herausdrehen
  5. Stoßdämpfer mit Aufnahme entnehmen.
    Ausgebauter Stoßdämpfer
  6. Stoßdämpfer von Aufnahme abschrauben. Dazu die Mutter abschrauben; falls erforderlich an der Gewindestange mit einem Schraubenschlüssel SW7 gegenhalten.
    Befestigungsmutter Stoßdämpfer
    Danach die Befestigungsteile abnehmen; hier von links nach rechts: Dämpfungsring, Aufnahme, Distanzhülse, Dämpfungsring, Teller und Mutter.
    Befestigungsteile


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf korrekte Anzugsmomente achten:
    • Untere Stoßdämpfer-Befestigung (M14): 160 Nm
    • Befestigung der Stoßdämpfer-Aufnahme (M12): 100 Nm
    • Befestigungsmutter Stoßdämpfer an Aufnahme: (M10): 25 Nm
  • Auf die korrekte Montage des Stoßdämpfers an der Aufnahme achten. Unter- und oberhalb der Aufnahme müssen sich die Dämpfungsringe (Lagerring) befinden, in die die Distanzhülse gesteckt ist. Die Gewindestange des Stoßdämpfer wird durch das Distanzrohr gesteckt und mit Teller (Unterlegscheibe) und Mutter festgeschraubt. Dabei ggf. mit Schraubenschlüssel SW7 gegenhalten.
    Montageteile


Hinterachse[Bearbeiten]

Hinweise:

  • Die Befestigungsschrauben rosten gerne fest. Ggf. lohnt es sich, diese Stunden vorher mit Rostlöser zu behandeln.
  • Das Hinterrad muss nicht abmontiert werden. Der Abbau erleichtert u.U. aber die Arbeit. In diesem Fall wird möglicherweise, aber nicht zwangsläufig, eine Abstützung für den Achslenker benötigt, um den Stoßdämpfer 'spannungsfrei' demontieren zu können.
  • Ein hinten verbauter Stabilisator erschwert die Arbeit beträchtlich. Leichter kann man es sich dadurch machen, indem das Fahrzeug an beiden Seiten gleichzeitig angehoben bzw. der Stabilisator an der entsprechenden Seite gelöst wird.
  • Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb sollte grundsätzlich vorher die Gelenkwelle getriebeseitig abgeflanscht und waagerecht am Aufbau aufgehängt werden, um Schäden am Gleichlaufgelenk zu vermeiden.


Werkzeug:

  • geeigneter Wagenheber und ggf. Abstützung
  • Schraubenschlüssel/Einsatz für Sechskantschraube M10 und M12
  • Drehmomentschlüssel für o.a. Einsätze für 45 Nm (M10) und 100 Nm (M12)
  • Schraubenschlüssel SW50, Zange o.ä. als Gegenhalter


Arbeitsschritte:

  1. Ggf. Rad abmontieren.
  2. Fahrzeug soweit anheben (Räder weiterhin am Boden), bis die obere Befestigungsschraube des Stoßdämpfers zugänglich ist.
  3. Obere Befestigungsschraube lösen und herausnehmen.
    Obere Befestigungsschraube
  4. Untere Befestigungsschraube lösen und herausdrehen.
    Untere Befestigungsschraube
    Dabei am unteren Ende des Stoßdämpfers oberhalb der Aufnahme gegenhalten.
    Gegenhalten
  5. Stoßdämpfer entnehmen und Einzelteile 'sortieren' (von links nach rechts): Befestigungsschraube, Teller, Dämpfungsring unten, Dämpfungsring oben, Stoßdämpfer.
    Einzelteile


Wiederherstellung:

  • O.a. Arbeitsschritte in umgekehrter Reihenfolge.
  • Auf korrekte Anzugsmomente achten:
    • Untere Stoßdämpfer-Befestigung (M10): 45 Nm
    • Obere Stoßdämpfer-Befestigung (M12): 100 Nm
  • Auf die korrekte Montage des Stoßdämpfers an der unteren Aufnahme achten. Unter- und oberhalb der Aufnahme muss sich je ein Gummilager/Dämpfungsring befinden. Zwischen unterem Gummilager und Schraube sitzt ein Teller (Tellerscheibe), deren Kragen zum Stoßdämpfer zeigen muss.
  • Ggf. am unteren Ende des Stoßdämpfers oberhalb der Aufnahme gegenhalten.


Betrieb und Probleme[Bearbeiten]

Die Original-Stoßdämpfer sind erfahrungsgemäß sehr langlebig. Wie bei Stoßdämpfern üblich, lässt ihre Funktion schleichend nach, weswegen sie regelmäßig geprüft werden sollten. Darüber hinaus sind sie, da sie offen verbaut sind, naturgemäß recht rostanfällig, wie das Bild von Christian recht eindrucksvoll zeigt.

Verrostete Stoßdämpfer


Weblinks[Bearbeiten]